PEACE°-Umfrage: Die Mehrheit der Deutschen ist für ein Weltkonto der Zivilgesellschaft
07.09.2015 / ID: 204462
Politik, Recht & Gesellschaft
Ein beinahe normaler Monat
Im September erlebt die Menschheit einen bemerkenswerten Moment ihrer Geschichte. Der UN Gipfel für nachhaltige Entwicklung vereinbart Schlüsselziele für den Globus. Niemand bezweifelt ihre Bedeutung für unsere Zukunft, doch ihre Finanzierung ist weniger klar. Eine internationale Umfrage der Bürgerbewegung ' Planet Earth Account (http://www.planetearthaccount.de)' (PEACE°) liefert nun Hinweise auf eine alternative Finanzierungsquelle: Ein UN-Weltkonto der Zivilgesellschaft.
Die Welt in New York
Vom 25.-27. September treffen sich über 100 Regierungschefs in New York. Sie beschließen 17 ' Nachhaltige Entwicklungsziele (http://www.planetearthaccount.de/#Ziele)' für die globale Gemeinschaft (Sustainable Development Goals - SDGs). Das Umsetzen der Ziele entscheidet, ob ein weltweiter Wandel möglich wird: z.B. hin zu mehr Bildung, Chancengleichheit, Frieden, Gesundheit, Kaufkraft für Arme, Klimasicherheit, lebenserhaltenden Ökosystemen, Infrastruktur, nachhaltigen Konsum- und Produktionsweisen, Regierungsqualität, starker Zivilgesellschaft und globaler Zusammenarbeit. Die Weltwirtschaft könnte durch die Ausbreitung von Kaufkraft und Vertrauen nachhaltig profitieren. Die Zahl der Flüchtlinge könnte sinken.
Ziele ja - Beitrag nein?
In New York erklären die Regierungen, was sie erreichen möchten. Bei einem kürzlichen Treffen in Addis Abeba legten sie dar, wie sie es tun wollen. Diese vorbereitende Konferenz im Juli offenbarte jedoch wenig Handfestes. Das Ergebnis "ist fast völlig befreit von zu erbringenden Leistungen ... offenbart eine unüberbrückte Lücke zwischen der Rhetorik des Anspruchs und der Realität der Handlungen", kommentiert die Koordinierungsgruppe der teilnehmenden Zivilgesellschaft (https://www.globalpolicy.org/component/content/article/271-general/52795-reactions-to-the-addis-ababa-outcome-document.html). Der deutsche entwicklungspolitische Dachverband VENRO (http://venro.org/presse/) folgert: "Wie die Weltgemeinschaft mit dem Aktionsplan von Addis Abeba einen nachhaltigen Entwicklungsweg einschlagen will, ist schleierhaft."
Was kostet die Welt?
"Dieser Aktionsplan ohne viel Aktion veranschaulicht eine Kernfrage unserer Zeit: Wo ist der Motor, der die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele antreibt?", sagt Joachim° Ackva von 'Planet Earth Account'. "Eine mögliche Antwort ist ein UN-Weltkonto der Zivilgesellschaft, das die Ziele mitfinanziert und dadurch Staaten wie auch Konzerne mitzieht. Solch ein Instrument könnte mit Lobbyarbeit und Investitionen viele Maßnahmen und Regelungen voranbringen."
Die Tausendstel-Frage
Wie viele Menschen wären willens, ein Tausendstel ihres Vermögens für das globale Allgemeinwohl in einem UN-Weltkonto der Zivilgesellschaft zusammenzulegen? 'Planet Earth Account' bat TNS Emnid, das herauszufinden. Ergebnis der Hochrechnung: 9 Millionen Briten, 14 Millionen Russen, 21 Millionen Japaner, 38 Millionen Deutsche und 70 Millionen US-Bürger. Aus dem Umfragewerten hochgerechnet kämen rund 70 Milliarden US-Dollar global zusammen. Das entspräche etwa dem 24fachen regulären UN-Jahresbudget.
Trends
Die Umfrage liefert weitere ermutigende Trends: Sehr einzahlungsbereit zeigen sich z.B. Gutverdienende. So liegt in Deutschland die durchschnittliche Bereitschaft bei 56 Prozent und steigt in den höheren Einkommensgruppen auf 70 Prozent. In allen befragten Staaten sind jüngere Erwachsene im Vergleich zum Landesdurchschnitt überproportional bereit. Besonders beeindruckend wirkt dies in Großbritannien und den USA bei den bis 30-Jährigen. Vielerorts steigt zudem die Einzahlungsbereitschaft sprunghaft, sobald ein Kind vorhanden ist.
Mitbestimmt zum Ziel
Spanien gründete bereits 2014 zusammen mit den Vereinten Nationen einen kleinen SDG-Fund (http://www.sdgfund.org/). Die globale Zivilgesellschaft könnte dies in großem Maßstab ebenso. Die Mehrheit einer PEACE°-Umfrage wählte dafür folgende Art des Bürgereinflusses: Die Vereinten Nationen sollten für jedes definierte Ziel ein Unterkonto anlegen, so dass Einzahler selbst über die geförderten Aktivitäten mitentscheiden könnten.
Ein Symbol für den Planeten°
Viele Befragte finden es gut, die Einzahlungsbereitschaft in ein UN-Weltkonto mit einem Planetensymbol hinter dem Vornamen sichtbar zu machen. Je mehr Menschen dies tun, desto bekannter wird die Möglichkeit eines UN-Weltkontos und Gemeinschaftsgeist kann sich besser ausbreiten. Als weltweit neutrales Planetensymbol, das nebenbei an den Klimawandel erinnert, dient das normale Gradzeichen °.
Geldregen für ein Weltkonto
Zehn Beispiele, wie ein UN-Weltkonto die nachhaltigen Entwicklungsziele voranbringen könnte sowie die Umfrageergebnisse enthält das neu erschienene Buch ' Es regnet Geld für ein Weltkonto - Die Tausendstel-Frage (http://www.amazon.de/regnet-Geld-f%C3%BCr-Weltkonto-Tausendstel-Frage/dp/3734792576/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1436264451&sr=8-1&keywords=ackva)'. Um auf die möglichen Vorteile eines Weltkontos aufmerksam zu machen, lässt 'Planet Earth Account' echte Banknoten in Städten vom Himmel flattern. Zuletzt waren die Geldregenmacher in Köln aktiv (http://www.ardmediathek.de/tv/Morgenmagazin/Der-Geldregenmacher-Scheine-flattern-%C3%BCb/Das-Erste/Video?documentId=29094016&bcastId=435054). "Nun freuen wir uns auch sehr auf München", meint Daniela° Tiben, Mitinitiatorin der Bewegung. "Denn die Zustimmung für ein UN-Weltkonto liegt in Süddeutschland sogar noch höher als in allen anderen befragten Regionen und Staaten."
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