"Hepatitis & Co. - Schutz vor gefährlichen Reisekrankheiten" ERGO Verbraucherinformation
27.08.2012 / ID: 75414
Tourismus & Reisen
Ob Hepatitis, die immer häufiger auftretende Fischvergiftung Ciguatera oder der klassische Reisedurchfall - gerade in vielen beliebten Urlaubsländern sind sie besonders verbreitet. Über welche Reisekrankheiten man unbedingt Bescheid wissen sollte, wie sich eine Ansteckung vermeiden lässt und was im Fall einer Infektion zu tun ist, weiß Reiseexpertin Esther Grafwallner von der ERV (Europäische Reiseversicherung).
Urlauber können sich vor vielen Reisekrankheiten durch ein paar einfache Verhaltensregeln schützen. Manchmal jedoch sollte auch über eine medizinische Prophylaxe wie eine Impfung nachgedacht werden. Wenn es dann trotz aller Vorsicht zu einer Infektion kommt, leistet die Reisekrankenversicherung wertvolle Dienste.
Hepatitis A und B
Eine Hepatitis kann in verschiedenen Formen auftreten. Die Viruserkrankung greift vor allem die Leber an. Übertragen werden die Viren je nach Hepatitisart unterschiedlich: Bei Hepatitis A - die auch als "Reisehepatitis" bekannt ist - erfolgt die Infektion über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Bei Hepatitis B und C sind die häufigsten Infektionswege ungeschützter Geschlechtsverkehr oder direkter Blut-zu-Blut Kontakt, etwa über Verletzungen oder durch kontaminierte Blutkonserven. "Gegen Hepatitis A und B gibt es wirksame Impfungen - gegen Hepatitis C gibt es leider noch keine Impfung. Hier helfen nur Sorgfalt und Hygiene. Sinnvoll ist in jedem Fall eine Blutuntersuchung vor der Impfung. Denn manche Personen haben bereits Antikörper im Blut, die für einen ausreichenden Schutz sorgen", so Esther Grafwallner. "Wer eine ausgedehnte Fernreise in Risikogebiete plant, sollte von den Impfmöglichkeiten Gebrauch machen."
Lebensmittelvergiftungen
Ciguatera - eine hierzulande bisher weitgehend unbekannte Fischvergiftung - greift wegen des zunehmenden Ferntourismus immer weiter um sich. Symptome der Vergiftung sind: Durchfall mit Bauchschmerzen, Schwitzen und Schüttelfrost. Im weiteren Verlauf sind Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Schwächegefühl, Muskelkrämpfe oder Erbrechen zu beobachten. "Besonders gefährdet sind Urlauber in der Karibik, aber auch am Pazifik und am Indischen Ozean in der Nähe von Korallenriffen", weiß die Expertin der ERV. Das Problem: Infizierte Fische sind weder erkennbar, noch schmecken sie anders - und das zugrunde liegende Algengift wird auch durch Kochen, Braten oder Grillen nicht zerstört. Die Expertin hat einen Tipp, wie Reisende sich gegen diese typische Reisekrankheit schützen können: "Das Ciguatoxin, also das auslösende Gift, stammt von Mikroorganismen, die auf Algen leben. Bei ungewöhnlichem Algenbefall von Riff und Meer sollte auf den Verzehr von Fisch deshalb verzichtet werden. Auch nach Stürmen und Unwettern, die das Meer stark aufwühlen, sollte Fisch gemieden werden."
Reisedurchfall
Diarrhoe kommt recht häufig vor und verläuft meistens glimpflich. Manchmal kann sie jedoch einen gefährlichen Verlauf nehmen: Kommt es wegen des Flüssigkeitsverlustes zur Austrocknung des Körpers, kann es sogar lebensgefährlich werden. Meist sind Erreger wie zum Beispiel Colibakterien oder Salmonellen die Ursache der Erkrankung. Eine Infektion lässt sich in vielen Fällen aber vermeiden: "Reisende sollten darauf achten, Trinkwasser abgepackt zu kaufen und dieses auch zum Zähneputzen zu verwenden", so die Reiseexpertin. Vieles, woran die Einheimischen gewöhnt sind, bereitet dem europäischen Magen Schwierigkeiten. An die fremdländische Küche sollte man sich daher langsam herantasten. Ansteckungsgefahr geht häufig von Eiswürfeln und Speiseeis aus. Wenn Urlauber darauf verzichten, verringern sie das Erkrankungsrisiko erheblich. Für Obst und Gemüse gilt die alte Tropenregel: "Koch es, schäl es oder vergiss es", rät die Expertin. "Kommt der Reisedurchfall trotzdem, kann eine gut sortierte Reiseapotheke und viel Trinken Linderung verschaffen."
Richtig versichert auf Reisen
Aber manchmal hilft die beste Vorsorge nichts: "Wird ein Urlauber doch einmal ernsthaft krank, hilft nur der Gang zum Arzt", weiß die Reisexpertin der ERV. Gut, wenn man dann mit dem Abschluss einer Auslandskrankenversicherung vorgesorgt hat. Diese sollte nicht nur die Behandlungskosten erstatten, sondern im Ernstfall auch einen Krankenrücktransport in die Heimat übernehmen. Über die Notrufzentrale steht die Versicherung auch rund um die Uhr mit Rat und Tat zur Seite, beispielsweise wenn es um die Empfehlung eines deutsch- oder englischsprachigen Arztes vor Ort geht. Besonders wertvoll ist eine solche Versicherung, wenn das Reiseziel außerhalb der Europäischen Union liegt: Denn hier bieten die deutschen Krankenkassen keinen Schutz. Darüber hinaus übernehmen sie grundsätzlich nicht die Kosten für einen Krankenrücktransport - und der kann gerade aus dem fernen Ausland leicht mehrere tausend Euro kosten.
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