Interessenskonflikt im Hamburger Hafen eskaliert
24.07.2026 / ID: 444270
Umwelt & Energie
Die Hafenwesterweiterung in Hamburg gerät immer stärker in die Kritik: Denn die Prognosen, die diesem milliardenschweren Projekt zugrunde lagen, haben sich als falsch erwiesen: Statt der im Hafenentwicklungsplan von 2012 für das Jahr 2025 vorhergesagten 25,3 Millionen Standardcontainer (TEU) wurde gerade einmal ein Umschlag von rund 8 Millionen Einheiten erreicht. Das bedeutet, dass nur knapp 60 Prozent der vorhandenen Containerplätze benötigt wurden.Bisher ging der Protest gegen die Errichtung der neuen Terminals vor allem vom Verein „Elbwald retten“ aus. Die Umweltschützer haben eine Volkspetition dagegen initiiert, dass Hunderte alter Bäume für die Kaimauern gefällt werden müssten. Jetzt aber wurde bekannt, dass das Projekt auch unter den Protagonisten im Hafen selbst höchst umstritten ist. Denn die geplanten neuen Liegeplätze sollen exklusiv für die Firma Eurogate reserviert sein. Kein Wunder also, dass die Mitbewerber dieses Privatunternehmens die staatliche Milliarden-Subvention kritisch sehen und für eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung halten. Daher zeichnet sich ab, dass als Alternative zu den überdimensionierten Plänen nun eine ökonomisch und ökologisch sinnvollere Variante umgesetzt wird: Die sogenannte „Hafenerweiterung light“ sieht vor, lediglich das Becken des ehemaligen Petroleumhafens für zwei Liegeplätze von Feederschiffen zu nutzen. Dies sei völlig ausreichend, um die logistischen und nautischen Abläufe zu optimieren. Franz Hermann, Vorsitzender des Vereins Elbwald retten betonte: „Innerhalb der nächsten Wochen werden wir die notwendigen 10.000 Unterschriften erhalten, die notwendig sind, um die Hamburgische Bürgerschaft zu verpflichten, die Hafenwesterweiterung zu hinterfragen. Nun wird aber auch im Hafen selbst die ökologisch und ökonomisch unsinnige Investition in neue Containerterminals abgelehnt. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses in jeder Hinsicht nicht mehr zeitgemäße Projekt zu stoppen.“
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
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