Wurde der europäische Finanzmarkt amerikanisiert?
12.03.2019 / ID: 313760
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
New York, den 24. Januar 2019 - Zwei Drittel der Europäer ziehen US-Aktien ihren lokalen Pendants vor und dieser Trend scheint sich fortzusetzen. Das geht aus einer Analyse von Investing.com (https://de.investing.com/) und SEMrush (https://de.semrush.com/), einer Online-Präsenzmanagement- und Content-Marketing-Plattform, hervor.
Durch die Kombination unserer Daten der beliebtesten Aktien in jedem Land (https://de.investing.com/blog/ist-der-europaische-finanzmarkt-schon-amerikanisiert-95), mit den Daten von SEMrush zur Keyword-Popularität, haben wir die Präferenz der europäischen Investoren nach Land geordnet.
In der Detailbetrachtung gliedern sich die Daten wie folgt:
Investoren bevorzugen lokale Aktien -Russland, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Polen, die Türkei
Investoren bevorzugen US-Aktien -Großbritannien, Schweiz, Niederlande, Österreich, Portugal, Belgien, Österreich, Ungarn, Mazedonien, Ukraine, Rumänien, Weißrussland, Bulgarien, Island, Tschechien, Serbien, Irland, Litauen, Lettland, Kroatien, Estland, Albanien, Kosovo, Zypern, Malta, Monaco, Slowakei, Liechtenstein, Moldawien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Slowenien
"Es ist sinnvoll, dass Händler in einem Land wie Deutschland - einem echten europäischen Powerhouse - großes Interesse an ihren eigenen lokalen "heimischen" Unternehmen wie Volkswagen, Bayer und der Deutschen Bank haben", sagt Jesse Cohen, U.S. Marktanalyst bei Investing.com. "Das Gleiche gilt für Frankreich, Italien und Spanien, die dritt-, viert- und fünftgrößte Volkswirtschaft Europas. Auf der anderen Seite ist die Investition in US-Aktien, die an der Wall Street gehandelt werden, mit der Verwendung von Trading-Apps und Online-Brokern viel einfacher geworden, was zu einem Anstieg des Interesses an US-Aktien geführt hat, insbesondere in osteuropäischen Ländern wie Kroatien, Serbien und Albanien".
Großbritannien stellt die Ausnahme von dieser Regel dar, da Investoren in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft gegen den Trend unserer Analyse agieren, da sie amerikanische Aktien gegenüber lokalen Investitionen bevorzugen.
"Hier spielen zwei Dinge eine Rolle", sagt Clement Thibault, Senior Analyst bei Investing.com. "Erstens sind Großbritannien und die USA kulturell gesehen historisch ähnlicher, als die USA und der Rest Europas. Da viele europäische Investoren zu stolz sind, um nach attraktiveren Renditen auf der anderen Seite des Teiches Ausschau zu halten. Zweitens ist die Unsicherheit von Brexit definitiv ein Faktor, der eine große Rolle spielt. Britische Investoren, die sich mehr für US-Aktien als für den heimischen Markt interessieren, sind ein klares Signal für einen Mangel an Vertrauen und der Angst vor der Unsicherheit über die Zukunft der britischen Wirtschaft."
Robert Zach, Deutschland Korrespondent von Investing.com:"Die Deutschen investieren lieber in lokale Aktien, weil sie mit vielen großen Marken wie Commerzbank, Deutsche Bank, Daimler und Volkswagen aufgewachsen sind und sie diesen darum vertrauen."
Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Ist der europäische Finanzmarkt schon amerikanisiert? Ja, über 70 % der Länder in Europa entscheiden sich in der Tat dafür, in den amerikanischen Markt zu investieren und nicht lokal. Die größten Volkswirtschaften Europas erfreuen sich jedoch noch immer an den lokalen Investitionen und sind zumindest noch nicht völlig zu Uncle Sam übergelaufen.
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