Stefan Kühn: 100 Jahre Kommunistische Partei Chinas (KPCh) - China eine Weltmacht im Werden!
30.07.2021 / ID: 368257
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
"Grund genug ein Blick auf die turbulente Geschichte dieses Landes zu werfen und die für westliche Augen schwer verständliche Koexistenz von absoluter Dominanz der KPCh und wirtschaftlicher Dynamik zu werfen!" ist Stefan Kühn überzeugt. Absoluter Machtanspruch der KPCh
Am 1. Juli 2021 trat Präsident und Parteichef Xi Jinping zur Geburtstagsfeier in Peking im Mao-Anzug auf und symbolisiert damit, dass er sich als den wahren Erben Mao Tse Tungs sieht! "Dieser Anspruch ist nicht von ungefähr, wurde Partei- und Staatsführer Xi bei der Tagung des Nationalen Volkskongresses im März 2018 per Verfassungsänderung mit nahezu diktatorischen Rechten ausgestattet! Und er wird auch offiziell als ‚Überragender Führer' bezeichnet! Das grenzt an den Personenkult unter Mao und zeigt die dominante Position von Xi!" erklärt Stefan Kühn.
Und auch Xis Worte strotzen vor Selbstvertrauen und reklamieren den Führungsanspruch der KPCh:
‚Lang lebe die große, glorreiche und korrekte Kommunistische Partei Chinas.' und doppelt nach: ‚Chinas Erfolg hängt von der Partei ab!' Xi betont damit den kompromisslosen und absoluten Führungsanspruch der KPCh. Und als Warnung an alle ‚subversiven Elemente' fielen die Worte: ‚Jeder Versuch, das Volk von der Partei zu trennen, wird scheitern!'
Und an die Adresse der USA sowie des Westens gerichtet (und mit starkem Bezug auf die chinesische Geschichte der letzten 200 Jahre) machte Xi unverhohlen klar:
‚Das chinesische Volk wird keiner ausländischen Macht jemals erlauben, uns zu drangsalieren, zu unterdrücken oder zu versklaven. Wer das wagt, dem wird an der Großen Mauer aus Stahl, geschmiedet von 1,4 Milliarden Chinesen, der Kopf blutig geschlagen!'
Viele gescheiterte soziale Experimente unter Mao mit Millionen von Toten
"Allerdings war der Weg zum heutigen Erfolg ein steiniger und verlustreicher. Denn Grundstein der kommunistisch-maoistischen Ideologie war die Enteignung von Bauern, Gewerbetreibenden und Industriellen, die darauffolgende Zwangskollektivierung und am Ende eine zentral geleitete Planwirtschaft." erklärt Stefan Kühn.
Es wird vermutet, dass die maoistischen Gesellschaftsexperimente aufgrund der von ihnen ausgelösten Hungersnöte bis zu 80 Millionen Chinesen das Leben gekostet haben könnten! Nach Mao waren diese Opfer nötig, da nur dadurch die neue ideale Gesellschaft geschaffen werden könne! "Als das Land Mitte der 1960-er Jahre in eine schwere Wirtschaftskrise geriet, eröffnete der ‚Große Vorsitzende' 1966 die ‚Kulturrevolution'." erklärt Stefan Kühn. "Ihr lag die Theorie einer ‚permanenten revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft' zugrunde. Die kommunistischen Ideale sollten im chinesischen Volk verankert werden, durch radikale Umerziehung in Arbeitslager und Ausmerzung jeglicher auch nur vermeintlich konterrevolutionärer Ansätze."
Kurswechsel unter Deng Xiaoping - das ‚Modell der 2-Systeme'
Ab 1979 kam es unter Deng Xiaoping - dem neuen starken Mann und eigentlichen Architekten des heutigen wirtschaftlichen Erfolges - dann zu einem Kurswechsel. "Dieser führte zur wirtschaftlichen Öffnung gegenüber kapitalistischen Wirtschaftsformen, ohne dass auf der politischen Ebene vom Führungsanspruch der KPCh abgerückt wurde. Dies ist als das ‚Modell der 2 Systeme' bekannt geworden!" so Stefan Kühn. "Für westliche Augen und die Wirtschaftstheorie ist dieses Modell schwer verständlich, kombiniert es doch 2 Elemente, die eigentlich nicht kombinierbar! Ein eigentlicher Spagat!"
Die Verbindung zu den ursprünglichen maoistischen Positionen besteht darin, dass Teile der marxistischen-maoistischen Ideologie so ausgelegt werden, dass die KPCh mit ihnen ihren Führungsanspruch sichern und rechtfertigen kann.
"Die KPCh erstrebt dabei wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt. Des verfolgt die KPCh das Ziel, die Armut der Wanderarbeiter (von denen es ca. 100 Millionen gibt) zu lindern. Sie setzt sich außerdem für die Abwendung der ökologischen Schäden ein, die durch das Wirtschaftswachstum drohen." erklärt Stefan Kühn.
Auch handfeste politische Ziele sind verankert, denn die KPCh erstrebt auch die Wiedervereinigung (wenn notwendig die militärische Übernahme) von Taiwan an. Klar strebt China auch eine globale Großmachtstellung und eine (militärische) Expansion in den Weltraum an - hier ist also bereits viel Sprengstoff für politische und militärische Krisen angelegt! Wir erleben bereits die Anfänge!
"Es ist offensichtlich, dass die KPCh und das chinesische Volk unter Deng einen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen haben: hier absolute gesellschaftliche und politische Kontrolle, dort wirtschaftliche Prosperität und Wohlstand!" fasst Stefan Kühn zusammen.
Erfolgreichste Wirtschaftsnation der Welt
In ihrer 100-jährigen Geschichte hat die KPCh die chinesische Agrargesellschaft ins Industriezeitalter katapultiert und aus einem der ärmsten Staaten die globale Werkbank und den Exportweltmeister gemacht, so Stefan Kühn.
Einige Zahlen belegen dies eindrücklich: zwischen 1978 und 2020 legte die Wirtschaft jährlich um durchschnittlich mehr als neun Prozent zu.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das in heutigen Preisen und nach Kaufkraftparitäten (Das BIP ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem Jahr. Kaufkraftparität liegt zwischen zwei geografischen Räumen dann vor, wenn Waren und Dienstleistungen eines Warenkorbes für gleich hohe Geldbeträge in lokaler Währung erworben werden können.) im Jahre 1980 noch bei 300 Mia. US-Dollar lag (USA: 2'900 Mia. US-Dollar), stieg bis zum Jahre 2000 auf 3'700 Mia. US-Dollar (USA: 10'000 Mia. US-Dollar). Im Jahr 2020 hatte China mit 24'100 Mia. US-Dollar die USA bereits deutlich überholt. "Die Beratungsfirma PWC schätzt, dass im Jahr 2050 Chinas BIP in Kaufkraftparitäten rund 58'500 Mia. (USA: 34'100 Mia. US-Dollar) betragen wird. Damit wird China zur mit Abstand größten Volkswirtschaft werden!" stellt Stefan Kühn fest.
"Das heißt, dass die chinesische Wirtschaft von 1978 bis 2020 um 7'800 % (!) gestiegen ist! Deutschland verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Wachstum von rund 570 %." rechnet Stefan Kühn vor.
China auf dem Weg zur ökonomischen, politischen und militärischen Weltmacht
"Diese Erfolge zeigen eindrücklich, dass China unhaltbar auf dem Weg zur Weltmacht ist! Und weil sich China nicht in eine westliche Schablone pressen lässt, können wir gespannt sein, wie sich die neue Weltordnung entwickeln wird. Denn neben einer ökonomischen Vormachtstellung strebt China auch unverhohlen politische und militärische Vorherrschaft an! Und das sein Verhalten zeigt auch, dass China westliche Ethik und Beachtung der Regeln vielfach fremd ist!" fasst Stefan Kühn mit Besorgnis fest.
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