Schwacher Dollar - ist das Schlimmste bereits eingepreist?
08.07.2025 / ID: 430355
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Die Märkte bleiben gelassen trotz neuer Eskalationen im US-Handelsstreit - iBanFirst sieht Zeichen für eine mögliche Trendwende beim Dollar. Was bedeutet das für den deutschen Mittelstand?Trotz neuer Drohkulissen aus Washington - etwa durch angekündigte Mahnschreiben an Handelspartner - zeigen sich die internationalen Finanzmärkte unbeeindruckt. Der Volatilitätsindex VIX liegt mit 17,8 unterhalb der kritischen Schwelle von 20, der Dollar verliert gegenüber dem Euro auf Wochensicht rund 1,2 Prozent. Von Panik ist keine Spur. Doch wie lange noch?
"Wir sehen ein Marktumfeld, das den politischen Kurs der Trump-Regierung in weiten Teilen bereits vorweggenommen hat", analysiert das FX-Team von iBanFirst. Viele Investor:innen haben den Dollar abgestoßen - in manchen Fällen so stark wie zuletzt während der Hochphase der Pandemie. Auch die Terminmärkte signalisieren: Der EUR/USD könnte bis Jahresende auf 1,23 steigen, langfristig sogar Richtung 1,30.
Besart Shala, Deutschland-Chef von iBanFirst, ordnet ein:
"Für den deutschen Mittelstand, insbesondere für importstarke Unternehmen, ist die aktuelle Dollar-Schwäche zunächst ein Vorteil - sie reduziert Einkaufskosten und kann Margen verbessern. Doch Vorsicht: Wenn alle auf einen schwachen Dollar setzen, könnte genau das die Wende einleiten. Unternehmen sollten jetzt ihre Währungsrisiken sorgfältig absichern und nicht auf kurzfristige Trends vertrauen."
Technische Marke von 1,20 im Blick - aber wohin geht die Reise wirklich?
Ein Überschreiten der Marke von 1,20 EUR/USD könnte angesichts dünner Handelsvolumina in den Sommermonaten rasch Realität werden. Mittel- bis langfristig hängt die Entwicklung jedoch stark von US-Inflationsdaten und Kapitalströmen ab. Seit Mai fließt wieder mehr Kapital in US-Aktien - ein Stabilitätsfaktor für den Dollar. Auch politisch dürfte sich Washington ab Herbst vorsichtiger zeigen: Vor dem Hintergrund der Midterm-Wahlen 2026 haben die Aktienmärkte wachsende Bedeutung - immerhin machen sie fast die Hälfte des US-Privatvermögens aus.
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