Stabwechsel an der ESSA-Spitze: Myriam Bevillon übernimmt von Harald Lüling
26.03.2026 / ID: 439587
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Frankfurt/M. - 26. März 2026. Stabwechsel an der ESSA-Spitze: Myriam Bevillon von Gunnebo Safe Storage AB ist neue Vorsitzende der European Security Systems Association (ESSA). Sie übernimmt den Stab von Harald Lüling, der den führenden internationalen Verband der physischen Sicherheitsbranche 20 Jahre maßgeblich mitgeprägt hat. Der CEO von Burg-Wächter bleibt Teil des ESSA-Vorstands. Seine Nachfolgerin Myriam Bevillon will die markt- und bedürfnisorientierte Linie fortsetzen und zugleich ihren eigenen Stil einbringen. Hier ein Gespräch mit ihr über Prioritäten, Herausforderungen, Hürden, Ziele und Visionen. Was sind die aktuellen Prioritäten der ESSA?
Mein Hauptfokus ist die Ermittlung von Handelsbarrieren und diese zu überwinden. Eine weitere ist das "One-Stop-Testing" mit gegenseitiger Anerkennung von Prüfergebnissen durch zugelassene Labore. Zusätzlich möchte ich sicherstellen, dass unsere Normen weiterhin marktkonform sind. Wir müssen z. B. die Anpassung der Tresor-Schlossnorm EN 1300 beschleunigen. Wichtig ist es auch, smartphone-bediente Schlösser mit einzubeziehen und deren Einsatzgrenzen zu definieren.
Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen für die physische Sicherheit?
Da gibt es einige. Etwa, wie bereits erwähnt, die Beschleunigung der Normenerstellung, damit sie mit der Technologie Schritt halten - daran arbeiten wir schon länger. Eine weitere ist der KI-Boom samt Folgen. Dazu kommt das Thema Nachhaltigkeit, bei dem das globale Geschäft für physische Sicherheit noch viel Arbeit vor sich hat.
Was sind die größten Hürden auf dem internationalen Markt?
Bisher war die größte Hürde vor allem unterschiedliche Standards. Neue staatliche Handelshemmnisse haben die Situation aber weiter verkompliziert.
Welche für die ESSA relevanten Sicherheitsthemen werden an Bedeutung gewinnen?
Cyberangriffe, nun verstärkt durch KI - kein neues Thema, aber eines, was zunimmt. Auch Brandrisiken im Zusammenhang mit der Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien verstärken sich, da Batterien immer häufiger zum Einsatz kommen.
Was sind die langfristigen Ziele der Organisation - wo sehen Sie ESSA in 10 oder 15 Jahren?
Ich denke, wir werden viele Risiken durchdenken und überprüfen müssen. Es ist Aufgabe des ESSA-Vorstands, darüber auch mit den Mitgliedern zu diskutieren. Unsere Branche ist für ihren starken Fokus auf Sicherheit und Vertraulichkeit und die Einhaltung höchster Standards anerkannt. Dieser Ansatz wird unsere Kernkompetenz bleiben, wir müssen ihn aber um ein höheres Reaktionstempo ergänzen. Nur so können wir sich wandelnden Bedürfnissen und Anforderungen schnell gerecht werden. Unsere Märkte werden bei der Einführung neuer Technologien und Arbeitsweisen agiler.
Was ist Ihre Vision für die zukünftige Arbeit der ESSA?
Ich möchte die Zusammenarbeit und den Austausch der Mitglieder zum Nutzen der Branche fördern. Wir müssen gemeinsam aktiver sein - zum Wohle aller. Für die Zukunft ist es zudem entscheidend, die Sicherheitsbranche so aufzustellen, dass sie künftige Risiken und Sicherheitsherausforderungen abdecken kann. Wir können als Industrie z. B. in der Normung gemeinsam an Sicherheitsanforderungen arbeiten - immer unter Einhaltung der europäischen Gesetze und des Kartellrechts.
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