Beschäftigte Ü50 profitieren deutlich seltener von Weiterbildung
17.04.2026 / ID: 440447
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Eschborn, April 2026 - Weiterbildung ist für viele Unternehmen ein wichtiges Instrument, um neue Fähigkeiten aufzubauen und Mitarbeitende zu binden. Die Randstad-ifo-HR-Befragung für das 1. Quartal 2026 zeigt jedoch: Beschäftigte über 50 nehmen deutlich seltener an Weiterbildungen teil als jüngere Kolleg:innen. Damit steht ausgerechnet eine wachsende Beschäftigtengruppe, die angesichts eines Arbeitskräftemangels immer wichtiger wird, seltener im Fokus der Qualifizierung.Die zentralen Ergebnisse:
- 66 % der Unternehmen setzen Weiterbildungsangebote als Recruiting-Instrument ein,
- 31 % der Mitarbeitenden nahmen 2025 an Weiterbildungen teil,
- Von den Beschäftigten Ü50 nehmen 18 % nie an Weiterbildungen teil (U50: 6 %),
- Nur 8 % der Beschäftigten Ü50 nehmen sehr häufig an Weiterbildungen teil (U50: 15 %),
- 7 % der Unternehmen bieten Mitarbeitenden Ü50 gar keine Weiterbildung an (U50: 2 %).
Unternehmen messen Weiterbildung insgesamt einen hohen Stellenwert bei: Für 61 % steht dabei das Erlernen neuer Fähigkeiten im Vordergrund, 60 % wollen damit die Motivation und Bindung ihrer Mitarbeitenden stärken, 43 % bereits vorhandene Qualifikationen vertiefen. Im Jahr 2025 nahm knapp ein Drittel der Beschäftigten an einer Weiterbildung teil - so viele wie im Vorjahr.
Ältere Beschäftigte erhalten seltener Lernangebote
Gerade bei älteren Beschäftigten zeigt sich jedoch eine deutliche Lücke: Der Anteil derjenigen, die nie an einer Weiterbildung teilnehmen, ist in der Altersgruppe über 50 mit 18 % dreimal so hoch wie bei den unter 50-Jährigen. Zudem geben Unternehmen bei Beschäftigten über 50 häufiger an, erst gar kein Weiterbildungsangebot zu machen.
"Weiterbildung ist ein grundlegender Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen", sagt Dr. Christoph Kahlenberg, Leiter der Randstad Akademie bei Randstad Deutschland. "Umso kritischer ist es, wenn Beschäftigte über 50 deutlich seltener erreicht werden. Wer als Arbeitgeber diese Gruppe vernachlässigt, verzichtet auf einen wichtigen Hebel, um insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung Fähigkeiten im Unternehmen zu sichern und Beschäftigte langfristig anschlussfähig zu halten."
Maßnahmen der Unternehmen zielen auf Bindung, nicht auf Entwicklung
Bereits 37 % der Beschäftigten in den befragten Unternehmen sind über 50 Jahre alt. Bei Neueinstellungen liegt ihr Anteil mit 17 % dagegen deutlich niedriger. Gleichzeitig geben 38 % der Unternehmen an, Maßnahmen zu ergreifen, um ältere Beschäftigte länger im Unternehmen zu halten. Dabei setzen die Betriebe vor allem auf flexible Arbeitsmodelle (87 %), altersgerechte Arbeitsplätze (50 %) und Gesundheitsförderung (43 %). Nur 9 % der Unternehmen nutzen in diesem Zusammenhang jedoch gezielte Weiterbildungen.
"Unternehmen wissen längst, wie wertvoll Erfahrung und Fachwissen älterer Beschäftigter sind", sagt Dr. Christoph Kahlenberg. "Umso wichtiger ist es, diese Beschäftigtengruppe nicht nur länger im Unternehmen zu halten, sondern sie auch gezielt auf neue Anforderungen vorzubereiten. Gerade mit Blick auf längere Erwerbsbiografien aufgrund des demografischen Wandels sollte Weiterbildung bei Beschäftigten über 50 stärker mitgedacht werden."
Über die ifo-Randstad-HR-Befragung
Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus der Randstad-ifo-HR-Befragung Q1 2026 . Die Befragung wird quartalsweise durch das ifo-Institut im Auftrag des Personaldienstleisters Randstad durchgeführt. Die Studie befragt 500 bis 1000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen.
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
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