ZBI begrüßt Bürokratieabbau im Verkehrsbereich - warnt aber vor Qualitätsverlust und Personalmangel
08.06.2026 / ID: 442277
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Der Zentralverband der Ingenieurvereine - ZBI e.V. unterstützt die Pläne der Bundesregierung, Planungs-, Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren im Verkehrsbereich durch das Bürokratieabbaugesetz (BRBG Verkehr) und die begleitende Verordnung zu beschleunigen.Gleichzeitig warnt der Spitzenverband davor, Verfahrensvereinfachungen mit einem Abbau fachlicher Standards gleichzusetzen. "Moderne Infrastruktur braucht Tempo - aber auch Qualität und Sicherheit. Digitalisierung und Fachkompetenz müssen Hand in Hand gehen, sonst riskieren wir teure Fehler und Verzögerungen", betont ZBI-Präsident Dipl.-Ing. Wilfried Grunau.
Der ZBI hebt insbesondere die Chancen digitaler Verwaltungsverfahren hervor. Elektronische Nachweise, digitale Siegel, BIM-gestützte Planungsmethoden und standardisierte Datenschnittstellen könnten Verfahren deutlich effizienter gestalten. Voraussetzung seien jedoch leistungsfähige digitale Infrastrukturen, sichere Kommunikationswege und einheitliche technische Standards.
Kritisch bewertet der Verband die geplante ersatzlose Streichung unabhängiger Prüfungen in bestimmten Bereichen des Eisenbahnrechts. Gerade bei Gleisvermessungen, Weichenprüfungen und Bauwerksabnahmen seien unabhängige Sachverständigenprüfungen ein unverzichtbarer Bestandteil der technischen Qualitätssicherung und der Betriebssicherheit.
Darüber hinaus fordert der ZBI, private Ingenieur- und Vermessungsbüros bei geplanten Erleichterungen für den Drohneneinsatz im öffentlichen Interesse ausdrücklich einzubeziehen. Viele Infrastrukturprojekte würden im Auftrag öffentlicher Stellen von privaten Fachbüros umgesetzt.
Mit Blick auf Wasserstraßen, Klimaanpassung und digitale Infrastruktur betont der Verband, dass Bürokratieabbau nur dann erfolgreich sein kann, wenn zugleich Fachkompetenz, Cyber-Sicherheit, qualitätsgesicherte Geodaten sowie eine ausreichende personelle Ausstattung der Verwaltungen sichergestellt werden.
Der ZBI sieht in den Referentenentwürfen wichtige Impulse für die Modernisierung Deutschlands. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren müsse jedoch gewährleistet werden, dass Beschleunigung, Sicherheit und Qualität als gleichrangige Ziele verstanden werden. Nur so lasse sich eine leistungsfähige, resiliente und zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur schaffen.
Die Stellungnahme im Volltext finden Sie unter: https://urlr.me/TMX4Qv
ZBI Bundesregierung BRBG Verkehr Planungs- Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren Digitalisierung Fachkompetenz ZBI-Stellungnahme
ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V.
Herr Dr. Heinz Leymann
Christinenstr. 79
44575 Castrop-Rauxel
Deutschland
fon ..: 02305 9679087
web ..: http://www.zbi-berlin.de
email : leymann@zbi-berlin.de
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