Pressemitteilung von FRTG Steuerberatungsgesellschaft

Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) richtig lesen – die wichtigsten Kennzahlen einfach erklärt


21.07.2026 / ID: 444119
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen

Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) richtig lesen – die wichtigsten Kennzahlen einfach erklärtDiese Frage hören wir häufig. Tatsächlich wird die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) von vielen Unternehmern lediglich abgeheftet oder erst dann hervorgeholt, wenn die Bank danach fragt. Dabei gehört sie zu den wichtigsten Instrumenten der Unternehmenssteuerung.

Wer seine BWA richtig lesen kann, erkennt Risiken frühzeitig, trifft bessere Entscheidungen und kann die Ertragskraft seines Unternehmens nachhaltig verbessern.

Was ist eine BWA?

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung ist eine monatliche Auswertung der Finanzbuchhaltung. Sie zeigt die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Unternehmens und beantwortet unter anderem folgende Fragen:

Verdient mein Unternehmen Geld?
Entwickeln sich Umsatz und Kosten wie geplant?
Wo entstehen Gewinn- oder Verlustquellen?
Wie entwickelt sich mein Betrieb im Vergleich zum Vorjahr?
Muss ich steuerlich oder betriebswirtschaftlich reagieren?

Wichtig zu wissen: Die BWA ersetzt nicht den Jahresabschluss. Sie dient vielmehr als Frühwarnsystem, mit dem Entwicklungen bereits während des laufenden Jahres erkannt werden können.

Die fünf wichtigsten Kennzahlen

1. Umsatzentwicklung
Die erste Frage lautet immer: Steigt oder sinkt mein Umsatz?
Betrachten Sie nicht nur den aktuellen Monat, sondern den Verlauf des gesamten Jahres sowie den Vergleich zum Vorjahr. Ein einzelner guter oder schlechter Monat ist häufig wenig aussagekräftig.

Achten Sie insbesondere auf:
Umsatztrend
saisonale Schwankungen
größere Einzelaufträge
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr
2. Material- und Wareneinsatz
Nicht jeder steigende Umsatz bedeutet automatisch mehr Gewinn. Deshalb sollte geprüft werden:

Wie hoch ist der Wareneinsatz?
Steigt dieser stärker als der Umsatz?
Hat sich die Rohgewinnmarge verschlechtert?

Gerade bei steigenden Einkaufspreisen oder Rabattaktionen kann der Gewinn trotz höherer Umsätze sinken.

3. Personalkosten
Die Personalkosten gehören in vielen Unternehmen zu den größten Kostenblöcken.

Wichtige Fragen sind:
Entwickeln sich die Personalkosten proportional zum Umsatz?
Wurden neue Mitarbeiter eingestellt?
Sind Überstunden oder Krankheitsvertretungen erkennbar?

Steigen die Personalkosten dauerhaft schneller als die Umsätze, sollte die Ursache analysiert werden.

4. Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis zeigt, was nach Abzug der betrieblichen Aufwendungen tatsächlich verdient wurde.

Hier gilt:
Umsatz ist nicht gleich Gewinn.

Viele Unternehmen freuen sich über steigende Umsätze und übersehen dabei sinkende Erträge. Entscheidend ist letztlich, was am Ende tatsächlich erwirtschaftet wird.

5. Liquidität
Gewinn bedeutet nicht automatisch, dass ausreichend Geld auf dem Konto vorhanden ist.
Deshalb sollte regelmäßig geprüft werden:

Können alle Rechnungen fristgerecht bezahlt werden?
Steigen offene Forderungen?
Sind größere Steuerzahlungen zu erwarten?
Reicht die Liquidität für geplante Investitionen?

Liquiditätsengpässe gehören zu den häufigsten Ursachen wirtschaftlicher Schwierigkeiten – auch bei profitablen Unternehmen.

Typische Fehler bei der Interpretation einer BWA
In der Praxis beobachten wir immer wieder dieselben Fehler:

Es wird nur der Gewinn betrachtet.
Einzelne Monate werden überbewertet.
Saisonale Schwankungen werden nicht berücksichtigt.
Private Entnahmen werden mit dem Unternehmenserfolg verwechselt.
Die BWA wird erst Monate später angesehen.

Eine BWA entfaltet ihren Nutzen nur dann, wenn sie zeitnah ausgewertet und mit den Vorjahreswerten sowie der Unternehmensplanung verglichen wird.

Unsere Empfehlung
Nehmen Sie sich jeden Monat 20 bis 30 Minuten Zeit und stellen Sie sich folgende Fragen:

Hat sich mein Umsatz wie geplant entwickelt?
Welche Kosten sind besonders gestiegen?
Hat sich meine Gewinnmarge verändert?
Wie entwickelt sich meine Liquidität?
Muss ich steuerlich oder unternehmerisch reagieren?

Bereits diese kurze Analyse liefert häufig wertvolle Erkenntnisse für unternehmerische Entscheidungen.

Fazit
Die Betriebswirtschaftliche Auswertung ist weit mehr als eine Unterlage für das Finanzamt oder die Bank. Sie ist ein wichtiges Führungsinstrument für jeden Unternehmer.

Wer seine BWA regelmäßig versteht und analysiert, erkennt Chancen und Risiken frühzeitig, kann schneller reagieren und verbessert langfristig die wirtschaftliche Stabilität seines Unternehmens.

Unser Service für Sie
Gerne besprechen wir Ihre aktuelle BWA gemeinsam mit Ihnen. In einem persönlichen Gespräch erläutern wir die wichtigsten Kennzahlen, zeigen Optimierungsmöglichkeiten auf und beantworten Ihre individuellen Fragen.

FRTG Steuerberatungsgesellschaft mbH Wir schaffen Transparenz – damit Sie bessere unternehmerische Entscheidungen treffen können.

(Bildquelle: iStock-1432899291)

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