Das niedrige Zinsniveau kann zu Fehleinschätzungen des Unternehmenswerts führen
08.01.2013 / ID: 95790
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
Das Zinsniveau in Deutschland befindet sich seit Monaten auf einem historischen Tief - paradiesische Zustände also für den privaten Investor und die Wirtschaft? Nur auf den ersten Blick, denn das "billige Geld" birgt für Konzerne und Firmen im Hinblick auf die Unternehmensbewertung auch Gefahren.
Denn der Unternehmenswert bestimmt sich aus den künftig erwarteten Zahlungsüberschüssen, die das Unternehmen erwirtschaften kann, abgezinst auf heute. Je niedriger der Diskontierungssatz, desto höher der Unternehmenswert. Und der wird mitunter bestimmt durch das momentan historisch niedrige Zinsniveau.
Führen die in Zeiten der Finanzkrise eingeleiteten geldpolitischen Maßnahmen automatisch zu höheren Unternehmenswerten? Sicherlich nicht. Es empfiehlt sich daher ein kritischer Blick auf den Diskontierungssatz, da die Gefahr besteht, dass Unternehmen zu hoch bewertet werden. Besonders bei einem geplanten Unternehmenskauf schützt ein kritischer Blick auf den verwendeten Diskontierungssatz vor überhöhten Kaufpreisen.
"Hier gilt es zu schauen, ob der verwendete Diskontierungssatz die systematischen Risiken des Unternehmens angemessen abbildet oder zu niedrig bemessen ist", warnt Klaus-Michael Burger, Vorstandsmitglied der VMAG (www.vmag.de). "Unter dem Strich heißt das, dass das temporäre Zinsniveau die Bewertung von Unternehmen in hohem Maße beeinflusst. Es ist deshalb unbedingt ratsam, die Zahlen eines Unternehmens genau auf die Abhängigkeit zum Diskontierungssatz zu prüfen, um eine möglichst realistischen Unternehmensbewertung zu erhalten."
Unternehmensbewertung Unternehmensverkauf Zinsniveau Investor Diskontierungszinssatz Marktrisikoprämie
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