Pressemitteilung von Deutscher Bridge-Verband e.V.

Kopftraining ohne Zugangsbarriere


13.07.2026 / ID: 443769
Vereine & Verbände

Frechen-Königsdorf, 8. Juli 2026. Am 22. Juli ist der Welttag des Gehirns. Die World Federation of Neurology rief ihn 2014 ins Leben, um über die Vorbeugung neurologischer Erkrankungen aufzuklären und das Bewusstsein für Hirngesundheit zu stärken. Das Motto 2026 lautet „Brain Health: Access for All": Gute Hirngesundheit soll allen Menschen offenstehen, nicht nur denen mit Zugang zu teurer Medizin oder Prävention. Anlass ist eine Zahl: Weltweit leben nach Angaben der World Federation of Neurology 3,4 Milliarden Menschen, mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung, mit einer neurologischen Erkrankung. Neurologische Erkrankungen sind damit weltweit die häufigste Ursache von Behinderung. Der Deutsche Bridge-Verband e.V. (DBV) sieht in seinen rund 400 Clubs einen kleinen, aber konkreten Beitrag dazu, wie sich Hirngesundheit ohne große Hürden trainieren lässt.
Was Bridge mit Hirngesundheit zu tun hat
Vier Menschen sitzen an einem Tisch, zwei Paare treten gegeneinander an, gespielt wird mit 52 Karten und einem festen Regelwerk. Das ist Bridge in der kürzesten Fassung. Was auf den ersten Blick ein geselliges Kartenspiel ist, fordert Gedächtnis, logisches Denken und die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu entscheiden.
Mehrere Studien belegen den Effekt. Die französische Paquid-Langzeitstudie mit über 3.600 Teilnehmern zeigt: Wer regelmäßig Bridge spielt, senkt sein Demenzrisiko um 15 Prozent. Eine 2025 veröffentlichte Studie der Tianjin Normal University bestätigt, dass erfahrene Bridge-Spieler messbar bessere Werte bei Arbeitsgedächtnis und logischem Denken erreichen als Nicht-Spieler. Und eine Untersuchung der Warschauer Alzheimer-Forschung aus dem Jahr 2022 zeigt: Bei Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen verlangsamt regelmäßiges Bridge-Spielen den geistigen Abbau deutlich.
„Für gute Hirngesundheit braucht es keine teure Ausstattung und keinen Arzttermin. Ein Tisch, 52 Karten und vier Spieler reichen. Genau das meint ‚Access for All' für uns: Jeder kann heute in einem Club anfangen", sagt Barbara Hanne, Präsidentin des Deutschen Bridge-Verbands.
Zugang für alle, nicht nur für wenige
Das WFN-Motto (World Federation of Neurology) zielt auf eine Ungleichheit: Wer sich Prävention leisten kann, tut das längst. Wer es nicht kann, geht oft leer aus. Bridge kostet in den meisten Clubs des DBV wenig bis nichts für den Einstieg. Es braucht keine besondere körperliche Fitness, kein Studium, keine Vorkenntnisse. Wer mitspielen will, meldet sich zu einem Schnupperkurs an und sitzt in der ersten Stunde bereits am Tisch, neben Menschen, die seit Jahrzehnten dabei sind.
Das macht Bridge zu etwas, das es in dieser Form selten gibt: ein Kopftraining, das nicht verordnet werden muss und trotzdem wirkt.
Wo der Einstieg beginnt
Schnupperkurse und Ansprechpartner vor Ort finden Interessierte über http://www.bridge-verband.de. Wer selbst keinen Club in der Nähe hat, kann online spielen und lernen. Am 22. Juli erinnert der Welttag des Gehirns daran, dass Prävention nicht erst beginnt, wenn ein Arzt sie verschreibt. Manchmal beginnt sie an einem Kartentisch, mit drei Fremden, die schnell keine Fremden mehr sind.

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