Generation S
21.05.2013 / ID: 117618
Medizin, Gesundheit & Wellness
sup.- Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist immer die Folge eines Ungleichgewichts von Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch. In der öffentlichen Diskussion wird dafür vor allem eine erhöhte Energieaufnahme verantwortlich gemacht. Die Datenlage spricht jedoch gegen diese Annahme. "Vielmehr deuten zahlreiche Indizien darauf hin, dass die Energiezufuhr eher rückläufig und die reduzierte körperliche Bewegung als der wichtigste Faktor anzusehen ist, durch den sich der Prävalenzanstieg von Übergewicht erklärt", fasst Prof. Gerhard Huber (Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg) den aktuellen Kenntnisstand zusammen.
Eine besondere Rolle für die Energiebilanz spielt u. a. der Schulweg. Ein immer geringerer Anteil der Schüler hat einen "aktiven Schulweg", das heißt legt ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. In gleichen Maßen wie sich die Bewegungszeiten bei Kindern und Jugendlichen reduzieren, erhöhen sich gegenläufig die Bildschirmzeiten. Nach Ergebnissen des HELENA-Projekts beträgt die durchschnittliche Sitzzeit 9,1 Stunden pro Tag. Das entspricht 71 Prozent der Wachzeit. Studien zeigen zudem, wie sehr Mediennutzung bereits das Leben von Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren bestimmt und damit das Risiko für Übergewicht erhöht. "Ein wesentlicher Schlüssel zur Bewältigung des Übergewichtsproblems liegt deshalb in der Umkehr des immer geringeren Energieverbrauchs durch körperliche Aktivität", so Prof. Huber. Er fordert deshalb mehr Aufklärung von Eltern, Erziehern und Kinderärzten über die negativen Folgen einer sitzenden Lebensweise sowie über praktikable Lösungswege. Anregungen hierzu gibt z. B. das mehrsprachige Ratgeber-Portal http://www.komm-in-schwung.de. Zudem sollten die Rahmenbedingungen in Schulen und Kindergärten verändert werden, um mehr Anlässe für körperliche Aktivität zu schaffen, z. B. auch durch die Unterbrechung des Unterrichts für Bewegungseinheiten. Und außerdem müssen Eltern für eine Verringerung der Bildschirmzeiten beim Nachwuchs sorgen. So sollte beispielsweise kein Kind unter zehn Jahren ein TV-Gerät in seinem Zimmer haben.
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