Innovative Partikelbestrahlung für Krebspatienten
17.02.2014 / ID: 157326
Medizin, Gesundheit & Wellness
sup.- Bei der Behandlung von Krebserkrankungen ist die Bestrahlung eine wesentliche Säule der therapeutischen Maßnahmen. Sie kommt bei rund 60 Prozent aller Patienten zum Einsatz. Bei der konventionellen Röntgenbestrahlung werden hochenergetische elektromagnetische Strahlen genutzt. Sie geben ihre meiste Energie direkt beim Eindringen ins Gewebe ab, verlieren aber auf dem weiteren Weg in den Körper an Kraft. Deshalb müssen die Radioonkologen immer abwägen, welche Dosis dem gesunden Gewebe zugemutet werden kann. In einer weitaus besseren Situation befinden sich Ärzte, wenn an Stelle von elektromagnetischen Strahlen die Partikelbestrahlung mit Protonen angewendet werden kann. Zwar ist die biologische Wirkung an der Zelle bei dieser innovativen Form der Bestrahlung ähnlich wie bei der konventionellen, aber die physikalischen Eigenschaften der Partikel sind ungleich vorteilhafter. "Protonen geben ihre meiste Energie erst unmittelbar im Zielvolumen ab. Die Eindringtiefe des Strahls lässt sich dabei millimetergenau steuern", erklärt Prof. Barbara Bachtiary, Leiterin des Ärzteteams am Rinecker Proton Therapy Center (www.rptc.de) in München. Deshalb kann mit einer höheren Dosis gearbeitet werden bei gleichzeitiger weitestgehender Schonung des gesunden Gewebes.
Deutschland ist mittlerweile beim Angebot an Partikeltherapiezentren europaweit führend. Heute stehen in München, Heidelberg und Essen Anlagen für die breite Patientenbehandlung zur Verfügung. Hinzu kommen voraussichtlich noch in diesem Jahr die Standorte Dresden und Marburg. In Berlin gibt es zudem ein Protonenzentrum, das auf die Behandlung von Augentumoren spezialisiert ist. Weltweit sind 43 Partikeltherapiezentren in Betrieb, weitere 41 Anlagen befinden sich in der Planungs- bzw. Bauphase. Die Protonentherapie wird wegen der erheblich geringeren Nebenwirkungen und Spätfolgen bevorzugt bei an Krebs erkrankten Kindern genutzt. Anerkannte Indikationen sind zudem z. B. Augen- und Hirntumore, Prostatakrebs sowie Lungen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsentumore.
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