Volkskrankheit COPD ist unterdiagnostiziert
06.06.2016 / ID: 229532
Medizin, Gesundheit & Wellness
sup.- Rund jeder zehnte über 40-Jährige leidet Schätzungen zufolge laut Informationen des Bundesverbandes der Pneumologen (Heidenheim) unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Wegen der hohen Dunkelziffer sind exakte Aussagen zur Häufigkeit bei dieser Erkrankung allerdings schwierig. Experten vermuten, dass etwa 40 Prozent aller Betroffenen nicht diagnostiziert sind. Diese Situation könnte aber durch ein simples Screening beim Hausarzt mit nur drei Fragen deutlich verbessert werden: Ist der Patient über 40 Jahre alt? Raucht er? Hustet er? Bejaht der Patient diese Fragen, sollte der Arzt einen Lungenfunktionstest veranlassen. Die Chance, mit dieser Methode eine COPD zu entdecken, liegt bei 30 Prozent, so die Einschätzung von Prof. Felix Herth (Chefarzt der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg).
Die Früherkennung ist bei der COPD äußerst wichtig, denn diese chronische Erkrankung ist durch einen kontinuierlichen, irreversiblen Verlust der Lungenkapazität charakterisiert. Je rechtzeitiger sie erkannt wird, desto besser kann durch Medikamente der Krankheitsverlauf verlangsamt und damit die Lebensqualität weitestgehend erhalten werden. Zu den vorrangigen Therapiezielen gehören bei der COPD die Symptomlinderung sowie eine Reduzierung des Risikos für akute Atemnot-Attacken (Exazerbationen). Solche Exazerbationen, die häufig einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen, wirken sich in erheblichem Maß auf die Prognose der Erkrankung aus und erhöhen die Mortalität.
Wenn eine Behandlung nur mit bronchienerweiternden Substanzen nicht ausreicht, um die Gefahr von Atemnot-Attacken zu verringern, sollte die Therapie um antientzündliche Wirkstoffe ergänzt werden. Neue Chancen eröffnen dabei nach Aussagen von Privatdozent Dr. Christian Geßner (POIS, Leipzig) Inhalationssysteme, die bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente in extrafeinen Teilchen enthalten. Szintigrafische Studien haben gezeigt, dass mit solch einer Formulierung, wie sie z. B. in den Präparaten Foster bzw. Foster Nexthaler enthalten ist, eine gleichmäßige Wirkstoffdeposition bis in die Lungenperipherie erreicht wird. Die bei der COPD gefürchtete Exazerbationsrate lässt sich durch diese innovative Darreichungsform der Substanzen deutlich reduzieren.
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