Versetzungen von Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit
18.11.2013 / ID: 146020
Politik, Recht & Gesellschaft
Versetzungen von Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 10. Juli 2013 - 10 AZR 915/12 -. Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht, Alexander Bredereck, Berlin
Ausgangslage:
Eine frühere Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Urteil vom 9. März 2011 - 7 AZR 728/09 -) besagte, dass die zahlreichen befristeten Arbeitsverträge von Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit unwirksam sind. Diese Wurden daraufhin entfristet und versetzte viele Mitarbeiter. Eine betroffene Arbeitnehmerin klagte dagegen und war auf allen Instanzen erfolgreich.
Grundsätzlich muss für eine Versetzung billiges Ermessen gewahrt werden, das heißt es muss eine Interessenabwägung zwischen Arbeitnehmer und Abreitgeber stattfinden.
Die Entscheidung:
Die fehlende Berücksichtigung des billigen Ermessens rügte das Gericht im vorliegenden Fall. Bei der Versetzungsentscheidung wurden lediglich diejenigen Mitarbeiter in Betracht gezogen, die vorher befristet beschäftigt waren. Da diese aber mittlerweile rechtlich ebenfalls als unbefristet anzusehen waren, hätten bei der Entscheidung auch alle übrigen Mitarbeiter mit einbezogen werden müssen.
Bewertung:
Diese Entscheidung des Gerichts ist nachvollziehbar und richtig. Es besteht kein nachvollziehbares Interesse an einer Unterscheidung zwischen unbefristeten und befristeten Mitarbeitern. Vielmehr hätte die Bundesagentur für Arbeit die Entscheidung anhand von anderen Kriterien wie dem Anfahrtsweg oder sozialen Gesichtspunkten treffen sollen.
Fachanwaltstipp Arbeitgeber:
Die Verhältnismäßigkeit muss auch bei einem grundsätzlichen Weisungsrecht des Arbeitgebers gewahrt werden. Rein formale Kriterien, wie die im vorliegenden Fall, eignen sich nicht zur Entscheidungsfindung. Stattdessen sollten die Auswirkungen auf den Mitarbeiter im Einzelfall abgewogen werden.
Fachanwaltstipp Arbeitnehmer:
Trotz dass der Arbeitgeber ein Ermessen bei der Ausübung seines Weisungsrechts hat, ist man ihm nicht schutzlos gegenüber gestellt. Weisungen zu verweigern ist allerdings nicht ratsam, da man eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall eine Kündigung riskiert. Besser ist es, die Weisung unter Vorbehalt auszuführen und gegebenenfalls gerichtlich deren Wirksamkeit feststellen zu lassen.
Bundesarbeitsgericht:
Urteil vom 10. Juli 2013 - 10 AZR 915/12 -
Vorinstanz: Sächsisches Landesarbeitsgericht
Urteil vom 14. September 2012 - 2 Sa 356/12 -
15.07.2013
http://www.recht-bw.de
Bredereck & Willkomm
Am Festungsgraben 1 10117 Berlin
Pressekontakt
http://www.recht-bw.de
Bredereck & Willkomm
Am Festungsgraben 1 10117 Berlin
Diese Pressemitteilung wurde über PR-Gateway veröffentlicht.
Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich. Newsfenster.de distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
Empfehlung | devASpr.de
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Kostenlos Artikel auf newsfenster.de veröffentlichen
Weitere Artikel von Alexander Bredereck
29.06.2018 | Alexander Bredereck
Kündigung im Kleinbetrieb: Chancen auf eine Abfindung?
Kündigung im Kleinbetrieb: Chancen auf eine Abfindung?
29.06.2018 | Alexander Bredereck
Eine Arbeitnehmerin will gekündigt werden. Was kann man ihr raten?
Eine Arbeitnehmerin will gekündigt werden. Was kann man ihr raten?
29.06.2018 | Alexander Bredereck
Kündigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses: Chancen auf eine Abfindung?
Kündigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses: Chancen auf eine Abfindung?
29.06.2018 | Alexander Bredereck
Kündigungsschutzklage: Welche Frist gilt? Was, wenn man sie versäumt?
Kündigungsschutzklage: Welche Frist gilt? Was, wenn man sie versäumt?
25.06.2018 | Alexander Bredereck
Haftung eines Low Performers - Der innerbetriebliche Schadensausgleich
Haftung eines Low Performers - Der innerbetriebliche Schadensausgleich
Weitere Artikel in dieser Kategorie
01.05.2026 | MAROKKO ZEITUNG
Deutschland bekräftigt die zentrale Bedeutung der Autonomie unter marokkanischer Souveränität
Deutschland bekräftigt die zentrale Bedeutung der Autonomie unter marokkanischer Souveränität
30.04.2026 | Koblenzer Bürgerinitiative für nachhaltige Schulplanung
Bürgerinitiative warnt vor 25-Millionen-Euro-Beschluss in Koblenz ohne Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Bürgerinitiative warnt vor 25-Millionen-Euro-Beschluss in Koblenz ohne Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
29.04.2026 | ARAG SE
ARAG Recht schnell...
ARAG Recht schnell...
28.04.2026 | Rechtsanwalt Reinhard Scholz
Wer bekommt die Kaffeemaschine? - Hausratsaufteilung bei Trennung und Scheidung
Wer bekommt die Kaffeemaschine? - Hausratsaufteilung bei Trennung und Scheidung
28.04.2026 | Ginter Schiering Rechtsanwälte Partnerschaft mbB
Mängel verschwiegen? Rückabwicklung des Immobilienkaufs
Mängel verschwiegen? Rückabwicklung des Immobilienkaufs

