Krieg oder Frieden in den Favelas von Rio
07.05.2014 / ID: 165902
Politik, Recht & Gesellschaft
Berlin | Heidelberg | Wiesbaden, 07.05.2014. Illegaler Wohnungsbau und fehlende Infrastruktur sowie hohe Mordraten, Bandenkriminalität und Drogenhandel haben bisher das Bild der rund 1.000 Favelas von Rio de Janeiro geprägt. Doch bis zur WM wollen die Behörden zumindest 40 dieser scheinbar rechtsfreien Räume im wohlhabenderen Süden der Stadt "befrieden" und rund um das Maracanã-Stadion, wo das Endspiel des Turniers stattfindet, Ordnung ins Chaos bringen. Eigens eingeführte Friedenseinheiten sollen die Akzeptanz der Polizei vor Ort erhöhen und Gewalt auf beiden Seiten verhindern. Mit speziellen Förderprogrammen werden zudem Armut und Korruption bekämpft. Welche Auswirkungen diese Maßnahmen auf die Rechtsstaatlichkeit haben, beschreibt der Politikwissenschaftlicher Dietmar Klumpp in seinem neuen Fachbuch "Transformation von Rechtssystemen in Brasilien" von Springer VS. Sein Fazit: "Eine positive Entwicklung ist unübersehbar."
Auf dem Weg vom Entwicklungsland hin zu einem der großen Schwellenländer der Welt haben sich Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik in Brasilien gut entwickelt. Inmitten einer insgesamt gut ausgeprägten Rechtsstaatlichkeit stellen die Favelas allerdings meist defizitäre oder hybride Rechtsräume dar. "Dort haben sich im Laufe der Zeit alternative Normen und Normensysteme herausgebildet, die in Konkurrenz zu den rechtsstaatlichen Normen des Staates stehen und demokratische Strukturen unterwandern", erklärt Klumpp. Deren Einfluss sinke aber dank des Wirtschaftswachstums, durch den auch die prekären Verhältnisse vieler Favelados eine Verbesserung erfahren. Während 2002 noch zwei Drittel der brasilianischen Großstädter als arm galten, hat sich der Anteil inzwischen halbiert. Durch die entschlossene Korruptionsbekämpfung der Präsidentin Dilma Rousseff und die aktive Vor-Ort-Arbeit von Bürgervereinen und NGOs habe auch das zivilgesellschaftliche Engagement der Bevölkerung zugenommen.
Direkte Auswirkungen auf die rechtsstaatliche Entwicklung in den sozialen Brennpunkten schreibt Klumpp vor allem auch der Einführung der UPP zu. Diese sogenannte Friedenseinheiten suchen den Dialog mit den Bewohnern, um die Polizeiarbeit zu ermöglichen. Erfahrungen aus den ersten Favelas zeigen, dass Mordraten und Bandenkriminalität rückläufig sind, gleichzeitig hat sich eine positive wirtschaftliche Dynamik eingestellt. Um den Weg für die Friedenseinheiten zu ebnen, besetzen sogenannte Schock-Teams der Militärpolizei die Favelas. Wie ein solcher Prozess von der Erstürmung eines Problemviertels bis zur Eröffnung der neuen Polizeiwache abläuft, beschreibt Autor Dietmar Klumpp in einem Film, der auf den Erkenntnissen seiner aktuellen Studie aufbaut. Darin begleitet er einen Militärpolizisten des Schock-Teams und einer Friedenseinheit bei ihrer Arbeit. Die Reportage zeigt Kabel Eins am Sonntag, 11. Mai 2014, in der aktuellen Ausgabe "Krieg oder Frieden in den Favelas von Rio: Eine Welt ohne Regeln mitten im WM-Trubel?" seiner Reihe "Abenteuer Leben".
Weitere Informationen:
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http://www.kabeleins.de/tv/abenteuer-leben/episoden/sendung-vom-11-mai | Informationen zur Kabel Eins-Reportage in der aktuellen Ausgabe ''Krieg oder Frieden in den Favelas von Rio: Eine Welt ohne Regeln mitten im WM-Trubel?'' der Reihe ''Abenteuer Leben'' (Sonntag, 11. Mai 2014)
Kontakt: Karen Ehrhardt | Springer | Corporate Communications | +49 611 7878 394 | karen.ehrhardt@springer.com
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