Pressemitteilung von Italica e. K.

Vom Hochsommer zum Spätsommer: Warum der September zum neuen Lieblingsmonat für Italien werden könnte


28.10.2026 / ID: 447852
Tourismus & Reisen

Vom Hochsommer zum Spätsommer: Warum der September zum neuen Lieblingsmonat für Italien werden könnteWer im August nach Italien reist, zahlt die höchsten Preise, trifft die meisten Menschen und erlebt oft die größte Hitze. Der September ist anders: Das Meer hat den ganzen Sommer über Wärme gespeichert, die Luft kühlt langsam ab, und in der Toskana läuft die Weinlese. Konkrete Buchungszahlen deutscher Ferienhausgäste speziell für den September gibt es bislang nicht. Die verfügbaren Daten aus Italien zeigen aber eine klare Verschiebung der Nachfrage.

Die Nachfrage verschiebt sich in den September

Nach Angaben des Branchenverbands Federturismo vom 29. Juli 2026 lagen die Flugbuchungen für September rund 8 Prozent über dem Vorjahr, wie Il Sole 24 Ore berichtet. Der Verband sprach vom September als „immer mehr Protagonist“ des Sommers. Eine Erhebung des Observatoriums von Confturismo und Confcommercio vom 29. August 2026, über die ANSA berichtete, kommt auf 10 Millionen Italiener, die im September mindestens einen Urlaubszeitraum verbringen. Die Toskana ist bei ihnen laut Quality Travel die beliebteste Region. Dabei handelt es sich um italienische Urlauber, nicht um deutsche, und die Stichprobe ist nicht öffentlich. Andere Verbände zählen September-Reisende zudem anders, etwa Federturismo mit rund 4,5 Millionen, die Zahlen lassen sich daher nicht miteinander vergleichen.

Zum Trend passt eine Befragung von HomeToGo, nach der 64,4 Prozent der Befragten offen für Reisen in der Nebensaison sind, um Menschenmassen zu meiden. 40,4 Prozent nennen Erholung als wichtigsten Faktor bei der Wahl des Reiseziels. In der Branche fragt man sich bereits, ob der September „der neue August“ ist, so formuliert es die Berichterstattung von Prometeo und Linkiesta, in vielen Mittelmeer-Destinationen gilt er inzwischen als Hochsaison.

Warmes Meer, mildere Luft

Das Meer ist im September wärmer als im Juni, weil es den Sommer über Wärme gespeichert hat. Nach klimatologischen Durchschnittswerten von seatemperature.info liegt die Wassertemperatur im Tyrrhenischen Meer entlang der Küste im September über 20 Grad, im Schnitt bei 23,7 bis 26,2 Grad. Cagliari und Palermo kommen auf je 26,1 Grad, Neapel auf 25,9, Ischia auf 25,7 und die toskanische Küste bei Rocchette auf 23,7 Grad. Das sind Durchschnittswerte, keine Echtzeitdaten.

Die Luft wird milder. In Lucca sinken die Höchstwerte im Lauf des Monats nach Angaben von Weatherspark und AccuWeather von rund 28 auf 23 Grad, der durchschnittliche Tageshöchstwert liegt bei etwa 26 Grad, nachts sind es 14 bis 16 Grad. Das bedeutet warme Tage und kühle Nächte ohne Hitzestress. Das Reiseportal WeRoad nennt Juni und September die beste Zeit für das italienische Meer, mit 23 bis 27 Grad Wassertemperatur, weniger Andrang und günstigeren Preisen.

„Der September ist der einzige Monat, in dem Italien noch alles gleichzeitig bietet: warmes Meer, reife Weinberge, leere Strände und nachlassende Hitze. Wer im September kommt, erlebt das Land, für das andere im August bezahlen.“

Die Weinlese: ein Erlebnis, das es nur im Herbst gibt

Die Lese ist das Saisonerlebnis, das im Hochsommer fehlt. 2026 begann sie wegen des heißen, trockenen Sommers früher: Nach Berichten des Fachportals Vinetur startete die Weinlese in Italien in einzelnen Gebieten bis zu 20 Tage früher als üblich. Das Reiseportal Kiwi.com beschreibt die toskanische Lese im September als eine der zugänglichsten saisonalen Traditionen für Reisende. Winzer in der Toskana, etwa in der Provinz Siena, boten 2026 Termine an, bei denen Gäste die Lese miterleben können. Ein früherer Start verschiebt allerdings die Termine: Wer die Lese erleben möchte, sollte beim Winzer anfragen, statt sich auf einen Kalender zu verlassen.

Weniger Trubel, kleinere Preise

Nach dem 15. August entspannt sich vielerorts die Lage. Das ist eine Einordnung auf Basis der Auslastungszahlen, die Federturismo nennt: Danach liegt die Auslastung der Badeorte im Sommer bei etwa 82 Prozent und um Ferragosto bei 85 Prozent. Der Branchenverband Sib-Confcommercio berichtet im Sommer 2026 von ausgebuchten Stränden um Ferragosto und anziehenden Buchungen im September. Wie stark sich Preise für Liegen und Schirme verändern, hängt vom Ort ab, Prozentangaben aus einer Gewerkschaftsprognose zum Rabatt sind Tendenzen, keine feste Größe. Auch für Ferienhäuser gilt: In der Nebensaison verschieben sich Preise und Verfügbarkeit häufig zugunsten der Gäste. Konkrete Zahlen für den Unterschied zwischen August und September gibt es von Marktseite nicht, hier lohnt der Vergleich im Einzelfall.

Der September entzieht sich außerdem einem Problem des Sommers. Nach einer Erhebung von Confturismo und SWG konnten im Sommer 2026 19 Prozent der italienischen Urlauber mindestens eine Attraktion wegen Überfüllung nicht besuchen, 42 Prozent änderten ihr Programm vor Ort.

Feste und Ausflüge im Spätsommer

Die Toskana hat im September einen dichten Kalender. 2026 standen nach Zusammenstellungen von Siviaggia unter anderem die Festa della Rificolona in Florenz, die Expo del Chianti Classico in Greve in Chianti und mehrere Sagre im Programm, etwa zur Porchetta und zum Wildschwein. Termine ändern sich von Jahr zu Jahr. Für Ausflüge bieten sich Wanderungen in der Garfagnana und den Apuanischen Alpen an, die Weinberge im Chianti , im Val d'Orcia oder in Montepulciano und Kunststädte wie Florenz, Lucca oder Pisa ohne die Schlangen des Hochsommers. Das ist eine redaktionelle Auswahl.

Wo der Septembertraum Grenzen hat

Zur ehrlichen Einordnung gehört, dass das Wetter nicht garantiert ist. Der September kann erste herbstliche Tiefdruckgebiete bringen, das Meer speichert aber die Sommerwärme. Manche Strandbetriebe, Restaurants und Attraktionen schließen nach Ferragosto oder verkürzen ihre Öffnungszeiten, deshalb sollte man die Verfügbarkeit vor der Buchung prüfen. Die Tage werden kürzer, der Sonnenuntergang rückt früher, Abendprogramm und Passeggiata verschieben sich. Für Familien mit Schulkindern ist der September nur in Bundesländern mit frühen Herbstferien realistisch. Die Zielgruppe sind deshalb eher Paare, Reisende ab etwa 55 und flexible Remote-Worker. Und schließlich entdecken auch andere den September: Die Nachfrage steigt, der Geheimtipp-Status erodiert. Wer Ruhe sucht, bucht Anfang September oder Richtung Oktober.

Vor der Buchung lohnen fünf Fragen: Ist der gewünschte Strandbetrieb im September noch geöffnet? Welche Restaurants im Ort haben im September Öffnungszeiten? Gibt es Winzer in der Umgebung, die Lese-Besuche anbieten? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Regen oder Sturm, an der Küste und im Binnenland? Und was kostet das Ferienhaus im September im Vergleich zum August?

Kurz beantwortet: Warum ist der September ein guter Monat für einen Italienurlaub?

Der September gehört zu den besten Monaten für Italien: Das Tyrrhenische Meer hat im Schnitt 23 bis 26 Grad, die Luft bleibt mit rund 26 Grad angenehm, und nach Ferragosto entleeren sich Strände und Restaurants vielerorts. In der Toskana läuft die Weinlese, ein Erlebnis, das es nur im Spätsommer gibt. Der Preis unterscheidet sich nach Ort und Unterkunft und sollte im Einzelfall verglichen werden.

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