Produktionssteigerung meets Kostensenkung
06.04.2016 / ID: 223113
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen
(Ulm/High Point, North Carolina, USA) - Mit dem äußerst ehrgeizigen Ziel einer Produktionssteigerung von 25 Prozent bei einer gleichzeitigen Reduktion der HPU (Hours per Unit: Produktionsstunden pro Produkt) um fünf Prozent stellte der US-amerikanische Schulbushersteller Thomas Built Buses die Ingenics Corporation, US-Tochter der Ingenics AG mit Hauptsitz in Atlanta, Georgia, vor eine echte Herausforderung. Sie wurde mit großem Erfolg bewältigt.
"Die Vorgabe, diese Ziele bei laufendem Betrieb und ohne zusätzliche Investitionen zu erreichen, bedeutete für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung", sagt Andreas Heinzelmann, General Manager der Ingenics Corporation. Tatsächlich gelang es, in nur sechs Monaten TBB auf einen neuen Erfolgskurs zu bringen und die erhoffte Produktionssteigerung bei gleichzeitiger Kostensenkung zu realisieren. Als hätte man sich das Motto des Schulbusherstellers "Because every mile matters" zu eigen gemacht, wurde jedes Detail berücksichtigt. "Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, benötigte TBB unsere professionelle Unterstützung vor allem im Projektmanagement, beim Line Balancing und bei der Optimierung der Logistik", erklärt Andreas Heinzelmann die Ausgangslage.
Als größte Herausforderung erwies sich der Umstand, dass es für Rohbau, Lackierung, Inneneinbau- und Exterieur-Montageumfänge, die alle in einem Gebäude stattfinden, keinerlei räumlichen Ausbaumöglichkeiten der Montagelinien gab. Die enorme - und immer noch wachsende - Variantenvielfalt verschärfte die Situation zusätzlich.
So war schnell klar, dass die Ziele ausschließlich durch Prozessoptimierungen erreicht werden könnten, wobei die Neu-Austaktung der einzelnen Liniensegmente, die Optimierung der Arbeitsabläufe sowie die Umsetzung von Lean-Logistics-Prinzipien im Bereich der Materialversorgung im Fokus standen. "Um eine ganzheitliche Betrachtung zu gewährleisten, wurden zunächst an allen Stationen der Liniensegmente halbtägige Observationen durchgeführt, deren Ziel es war, Verschwendungen aufzudecken", sagt Andreas Heinzelmann. "In den darauffolgenden Workshops wurden für alle identifizierten Probleme gemeinsam Lösungen entwickelt bzw. Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Umsetzungszeiträume definiert."
Die Fortschritte wurden im wöchentlichen Turnus auf Umsetzung und Wirksamkeit überprüft. Sehr gute Ergebnisse wurden aus dem Stand durch die Einrichtung neuer Vormontage- und Bereitstellerarbeitsplätze ("Water-Spider-Arbeitsplätze") erzielt, auf die - gemäß dem Line-Back-Verfahren - besonders zeitaufwändige und nicht wertschöpfende Tätigkeiten auslagert wurden. Für die Neu-Austaktung der Linien wurden die von TBB zur Verfügung gestellten IST-Arbeitszeiten und -inhalte je Station auf neue, reduzierte Taktzeiten umgestellt. Abschließend wurden die Ergebnisse in gemeinsamen Workshops diskutiert und final verabschiedet. Um die Materialversorgung zu optimieren, wurden darüber hinaus neue Behälterstandards und -größen definiert sowie zwei getaktete Routenzüge und ein fahrerloses Transportsystem ausgeplant.
Durch konsequentes Projektmanagement konnte das Ziel der Produktionssteigerung termingerecht erreicht werden. "Gleichzeitige wurden die HPU um 9,7 Prozent reduziert, sodass das Ziel deutlich übertroffen wurde", fasst Andreas Heinzelmann zusammen. "Der TBB-Werkleiter bestätigt, dass die Produktion effizient wie nie zuvor ist."
Bildquelle: Daimler Trucks North America LLC
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