PFAS-freie Produktion - Nicht nur die Gesetzgeber erhöhen den Druck
18.04.2023 / ID: 389714
Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen

Mindestens so entscheidend wie gesetzliche Vorgaben ist für die Verwendung von PFAS die Rolle der Zulieferer. Für jedes Unternehmen können erhebliche Probleme auftreten, wenn nur einer ihrer Lieferanten den Entschluss fassen würde, keine PFAS oder PFAS-haltigen Bestandteile mehr herzustellen. Diese zu ersetzen würde starke Modifikationen bei Gütern und Produktionslinien nötig machen - ein teurer und zeitaufwändiger Prozess. Verzögerungen und Unterbrechungen in der Lieferkette können die Folge sein. Dass dieses Szenario realistisch ist, zeigt das Beispiel von 3M , einem der größten Hersteller von PFAS-Chemikalien. Ende 2022 kündigte der Konzern den Ausstieg aus der Fertigung von PFAS-Substanzen an, der Tausende Unternehmen betrifft.
Versicherer, Investoren, Konsumenten und Geschäftspartner erhöhen den Druck
Typischerweise werden in der öffentlichen Diskussion die verborgenen Risiken leicht übersehen. Eine wichtige Entwicklung zeichnet sich hier bei den Versicherern ab. Diese werden sich zunehmend bewusst, dass Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit PFAS teuer zu stehen kommen können. Infolgedessen entscheiden sich immer mehr der Versicherer, ihre Leistungen bei PFAS-Einsatz zu beschränken. Unternehmen müssen abwägen, wie viele potenziell durch Klagen verursachte Kosten sie ohne Aussicht auf Versicherungsleistung in Kauf nehmen möchten.
Auch Kunden - Konsumenten wie auch Geschäftskunden - sind in der Lage, massiven Druck auszuüben. Zum einen können sie Gerichtsverfahren gegen Unternehmen anstrengen, die fälschlicherweise behaupten, dass ihre Produkte keine PFAS-Substanzen enthalten würden. Zum anderen entscheiden sich beim Einkauf immer mehr Kunden bewusst für PFAS-freie Produkte. Viele Unternehmen müssen daher in Betracht ziehen, PFAS aus ihren Erzeugnissen zu beseitigen. Wenn sie das nicht tun, laufen sie Gefahr, hinter der Konkurrenz zurückzufallen. Das gilt auch und insbesondere für B2B-Unternehmen, weil sie gegen Marktdruck nicht immun sind. In der Konsequenz werden Hersteller vermehrt dazu übergehen, so schnell wie möglich an der Beseitigung von PFAS-Risiken zu arbeiten. Besonders schwerwiegend ist in diesem Zusammenhang das Obsoleszenzrisiko bei Standardteilen, da entsprechende Nicht-Verfügbarkeit typischerweise kurzfristig angekündigt und nachgelagerten Nutzern erst sehr spät bewusst wird.
Diesem Kundendruck folgen natürlich auch die Analysten der Investoren mit ihren jeweiligen Investitionsempfehlungen. Sie sind nicht bereit, Rufschaden oder sinkende Profite in Kauf zu nehmen. Erst unlängst hat sich ein großer Verbund internationaler Investoren (Investor Initiative on Hazardous Chemicals (IIHC)), die ein Kapital von 10 Billionen US-Dollar repräsentieren, in einem offenen Brief an die EU-Kommission gewandt. Darin äußern sie die dringende Bitte, das in der Taxonomie beschriebene Kriterium "Do No Significant Harm" entsprechend zu betonen. Zudem solle die Kommission mit der Hinzunahme von PFAS in die Liste der SVHC (Besonders besorgniserregende Stoffe) das behauptete Risiko von 52 bis 84 Milliarden Euro allein gesundheitlicher Folgeschäden entsprechend adressieren.
Das Ziel der PFAS-freien Produktion braucht Daten und Transparenz
Die Vermeidung oder Entfernung von PFAS-Substanzen wird sich zweifelsohne zu einer noch wichtigeren Aufgabe für Hersteller entwickeln. Auch wenn manche Unternehmen von PFAS-Gesetzgebung bislang noch nicht betroffen sind, ist es wahrscheinlich, dass auch sie aufgrund von Druck ihrer Stakeholder bald ihre Produktion umstellen müssen. Hersteller sind gut beraten, eine PFAS-freie Produktion möglichst früh anzustreben, um Problemen vorzubeugen und mit dem Zeitgeist zu gehen. Ein erster und essenzieller Schritt auf diesem Weg ist es, durch Daten vollständige Transparenz über die Verwendung sämtlicher Substanzen innerhalb der eigenen Lieferkette zu gewinnen.
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