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17.11.2020 | Elektro & Elektronik | geschrieben von Herr Volker Neumann¹ | Pressemitteilung löschen

Lötrauchabsaugung hilft beim Pandemieschutz

Kaum wurde vor einiger Zeit das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) empfohlen oder teilweise sogar Pflicht, tauchten auch schon die ersten ESD-fähigen Modelle auf. "Die sind Unsinn", urteilt Marco Petrick, Technical Account Manager des Systemlieferanten Wetec, kurz und deutlich. "Ein solcher Mund-Nasen-Schutz wäre nur dann sinnvoll, wenn der Werker mit seinem Gesicht das Werkstück berührt oder ihm zumindest sehr nahe kommt." Wohlgemerkt, ein MNS hilft natürlich auch in der Elektronikfertigung beim Pandemieschutz, in der Regel sind medizinische OP-Masken vom Typ IIR oder hochwertige Stoffmasken dafür aber völlig ausreichend. ESD-Schutz ist an dieser Stelle nicht nötig.

Wetec ist in der glücklichen Lage, dass die Schwesterfirma Dönges schon seit vielen Jahren persönliche Schutzausrüstung, unter anderem auch MNS, an unterschiedlichste Kunden liefert, darunter zahlreiche Behörden und öffentliche Institutionen. Von diesem Knowhow profitiert Wetec und kann seine Kunden ebenfalls kompetent und individuell zu diesem Thema beraten. "Wir waren selbst zu Beginn der Pandemie noch recht gut lieferfähig und können alle Arten von persönlicher Schutzausrüstung ab Lager bereitstellen", berichtet Wolfgang Schulz, Gründer und Geschäftsführer von Wetec. Auch Desinfektionsmittel, -tücher und entsprechende Spender sind derzeit gut verfügbar, sodass der Systemlieferant seine Kunden komplett so ausstatten kann, dass diese die offiziellen Hygieneempfehlungen und -vorschriften einhalten können.



ESD-Schutz ist zum Teil auch Pandemieschutz



Insbesondere in elektrostatisch geschützten Bereichen (EPA = Electrostatic Protected Area) ergibt sich schon durch die vorgeschriebene Schutzkleidung, wie zum Beispiel Kittel, Schuhe und Handschuhe, automatisch ein zusätzlicher Schutz vor der Übertragung von Viren und Keimen. Hinzu kommt, dass diese Bereiche zuweilen mit einem eigenen Belüftungssystem ausgestattet sind, das zumindest einen stetigen Luftaustausch sicherstellt. Durch die Größe der meisten Arbeitstische wurde auch vor Corona schon der Abstand zwischen den Mitarbeitern in vielen Fertigungen recht gut eingehalten oder er lässt sich ohne großen Aufwand herstellen.

Ein weiterer interessanter Faktor beim Pandemieschutz in der Elektronikfertigung ist die Lötrauchabsaugung. In großen geschlossenen Lötanlagen ist sie in der Regel integriert und automatisiert, sodass die Umgebung nicht unmittelbar davon profitiert. Dort, wo per Hand gelötet wird, kommen jedoch meistens lokale Lötrauchabsaugungen zum Einsatz, die die Umgebungsluft am Arbeitsplatz absaugen und filtern. Eine hochwertige Lötrauchabsauganlage verfügt über drei Filter: einen Feinstaubfilter (Klasse F7, nach EN 779), einen Partikelfilter (Klasse H13, nach EN 1822) sowie einen Gasfilter aus Aktivkohle und gegebenenfalls weiteren Zusätzen.



Viele Faktoren beeinflussen eine saubere Luft



Solche Anlagen filtern natürlich nicht nur den Lötrauch, sondern die gesamte Umgebungsluft, also auch die Atemluft des Werkers. Wie gut das Filterergebnis ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist die Leistung der Lötrauchabsaugung, die zwischen etwa 50 und bis zu 3.000 m³ pro Stunde liegen kann. Damit die gesamte Luft in einem Raum zuverlässig gefiltert wird, muss die Luftwechselrate pro Stunde dem Sechsfachen des Volumens entsprechen. In einem 50 qm großen Raum muss eine Filteranlage folglich eine Leistung von mindestens 300 m³ pro Stunde haben. Sind mehrere Filteranlagen in einem Raum aktiv, wird dadurch die Filterleistung begünstigt, weil die Luft gleich an mehreren Stellen gereinigt wird.

Experten gehen derzeit davon aus, dass Filter der Klasse H13 wirksam dabei helfen, Corona-Viren aus der Luft abzuscheiden. Normalerweise sind Viren zu klein für diese Filter, da die Corona-Viren aber in Aerosolen in der Luft transportiert werden, kann ein H13-Filter sie fast vollständig aus der Luft abscheiden. Wer mit seiner Lötrauchabsaugung einen noch wirksameren Schutz vor SARS-CoV-2 erreichen möchte, muss diese mit einem Filter der Klasse H14 ausstatten. "Einige Hersteller bieten solche Filter serienmäßig an, andere nur auf Nachfrage", berichtet Marco Petrick. Der Austausch selbst ist in der Regel technisch problemlos möglich und verursacht keine nennenswerten Mehrkosten, weil die Filter ohnehin regelmäßig gewechselt werden müssen. Die Bezeichnung "HEPA" (High Efficiency-Particulate Air) ist übrigens kein Qualitätskriterium für Filter, weil sie nicht geschützt ist und auch bei minderwertigen Produkten verwendet werden kann.



Nur eine professionelle Konfiguration garantiert optimale Ergebnisse



Unabhängig von der Klasse des Filters gibt es noch einige andere wichtige Faktoren für die Wirksamkeit einer Lötrauchabsaugung: der Abstand der Ansaugdüse zur Quelle der kontaminierten Luft, die Größe der Düse, die Ansaugleistung und einige mehr. Auch das Alter und die Verschmutzung der Filter spielen eine wichtige Rolle, wobei moderne Lötrauchabsaugungen einen anstehenden Filterwechsel selbstständig anzeigen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist es deshalb wichtig, die Filteranlage perfekt auf den Einsatzzweck abzustimmen, sie richtig zu justieren und regelmäßig zu warten. "Wer noch keine Erfahrung in diesem Bereich hat, sollte sich von einem Fachmann vor Ort beraten lassen", sagt Marco Petrick.

Es liege nahe, dass eine Lötrauchabsaugung auch die Atemluft von Werkern ansauge und reinige und damit zum Pandemieschutz bei SARS-CoV-2 beitrage, bestätigte eine Experte des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) auf Anfrage des Elektronikmagazins a:lot von Wetec. Allerdings lasse sich dies derzeit nicht wissenschaftlich belegen, da entsprechende Studien weder vorlägen noch in Arbeit seien. Dies gilt übrigens auch noch für die meisten Belüftungs- und Luftreinhaltungssysteme.



Anmachen schadet nie, auslassen immer



Die beste Konfiguration nützt aber nur dann etwas, wenn die Lötrauchabsaugung überhaupt eingeschaltet wird. "Unsere Außendienstmitarbeiter berichten immer wieder, dass die Geräte insbesondere in kleineren Betrieben nicht oder nur selten genutzt werden", berichtet Wolfgang Schulz. Die Gründe dafür sind vielfältig, oftmals sind es das mangelnde Bewusstsein für die Bedeutung der Maßnahme, vermeintlich fehlende Zeit, die verursachten Geräusche und der entstehende Luftzug, die genannt werden. Das ist schon unter normalen Produktionsbedingungen fahrlässig, weil es die Gesundheit schädigt. Unter Corona-Bedingungen wird überdies eine zusätzliche Chance zum Pandemie-Schutz vertan. "Wem der Schutz der eigenen Gesundheit nicht Grund genug ist, die Lötrauchabsaugung einzuschalten, sollte sie nun wenigstens zum Schutz seiner Kollegen anmachen", rät Marco Petrick.


Diese Pressemitteilung wurde über Connektar publiziert.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
WETEC GmbH & Co. KG
Herr Wolfgang Schulz
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