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17.12.2018 | Essen & Trinken | geschrieben von Sven-David Müller¹ | Pressemitteilung löschen

Gegen den Hunger in Afrika

Die Cassava-Virusforschung der Abteilung Pflanzenviren des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH in Braunschweig wird seit 2014 von der Bill & Melinda Gates Foundation gefördert. In der vergangenen Woche besuchte der Senior Program Officer der Foundation, Dr. Jim Lorenzen, das DSMZ-Pflanzenvirenforscherteam um Dr. Stephan Winter in Braunschweig. Im Rahmen eines von der Gates Foundation mit rund 900.000 Euro geförderten Projekts ist es den Braunschweiger Forschern gelungen, in Cassava-Sorten aus Südamerika Resistenzen gegen afrikanische Viren zu finden, die eine schwere Wurzelfäule, die Cassava Brown Streak Disease (CBSD), auslösen, die zum vollständigen Ernteverlust führt. Bislang haben afrikanische Cassava-Sorten nur geringe Widerstandsfähigkeit gegen diese Viren und die fehlende Resistenz führt oft zu katastrophalen Ernteausfällen. "Da sich die Krankheit von Ostafrika immer weiter nach Zentral- und Westafrika ausbreitet und die Anbaugebiete dort bedroht, ist Eile geboten, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.", erläutert Doktor Winter. Nach umfangreichen Versuchen in den Braunschweiger Forschungsgewächshäusern wurden die aus Südamerika stammenden resistenten Cassava-Pflanzen zu Forschungsstationen in Kenia, Tansania, Ruanda, Uganda und Nigeria gesandt, um die Virusresistenz in afrikanische Sorten einzukreuzen. Eigene Versuche in Südkivu im Ostkongo, die nach einem Jahr Feldanbau ausgewertet wurden, bewiesen, dass die Virusresistenz in südamerikanischen Sorten auch im Feld aufrechterhalten wird.

Südamerikanische Cassava-Pflanzen als Lösung für Afrika
"Die selektierten Varianten wachsen in Afrika, behalten ihre Virusresistenz gegen CBSD und bleiben gesund.", informiert der weltweit führende Cassava-Virusforscher Dr. Stephan Winter. Um die neuen Forschungsergebnisse in Afrika im Kampf gegen den Hunger konkret anwendbar zu machen, erörterten Dr. Jim Lorenzen und Dr. Stephan Winter in Braunschweig weitere Forschungsprojekte, die neben Grundlagenforschung zur Resistenzcharakterisierung der südamerikanischen Zuchtlinien vor allem deren direkte Einbindung in die Züchtungsarbeit afrikanischer Partner vorsehen. "Nach zwölf Monaten Feldanbau zeigen die südamerikanischen Cassava-Setzlinge hervorragende Resistenzeigenschaften. Bei der Etablierung der Pflanzen in unterschiedlichen Anbauregionen herrscht jedoch noch Forschungsbedarf, aber die ersten Schritte in Richtung resistenter Cassava-Pflanzen in Afrika sind getan!", fasst Doktor Winter die aktuelle Situation zusammen.

Cassava als Nahrungspflanze
Maniok oder auch Cassava ist hierzulande vor allem als Tapioka bekannt, die Stärke, die aus der Maniokwurzel gewonnen wird. Sie ist die wichtigste Nahrungspflanze in den südlich der Sahara gelegenen Ländern Afrikas und oft die einzige tägliche Mahlzeit der armen Bevölkerungsschicht. Der Cassava-Anbau wird immer wieder durch Viruskrankheiten bedroht. Seit einigen Jahren breitet sich von den Küstenregionen Ostafrikas ausgehend eine Viruskrankheit aus, die durch neuartige Cassava Brown Streak Viren ausgelöst wird und die Wurzel zerstört. Die Pflanzen gehen zugrunde, die Knollen-Ernte fällt aus und es kommt immer wieder zu bedrohlichen Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung in afrikanischen Ländern, vor allem in Uganda und Tansania. Die weitere Verbreitung der Krankheit vor allem westwärts stellt ein enormes Bedrohungspotential für die Menschen etwa in der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria dar, in denen Cassava eine herausragende Bedeutung in landwirtschaftlicher Produktion und Ernährung hat. Seit Doktor Winter die Leitung der DSMZ-Abteilung Pflanzenviren im Jahr 1995 übernahm, sind Viren tropischer und subtropischer Pflanzen ein wichtiges Forschungsfeld in Braunschweig. Ziel des Forscherteams des Leibniz Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist, Viruserkrankungen bei Pflanzen rasch zu entdecken, um Epidemien effektiv bekämpfen zu können und Wege zur effektiven Kontrolle von Viruskrankheiten zu erforschen.

Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen ist die weltweit vielfältigste Sammlung für biologischen Ressourcen (Bakterien, Archaea, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen, Pflanzenviren, genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische Zellkulturen). An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen gesammelt, erforscht und archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren umfangreichen wissenschaftlichen Services und biologischen Ressourcen seit 1969 globaler Partner für Forschung, Wissenschaft und Industrie. Die DSMZ ist die erste registrierte Sammlung Europas (Verordnung (EU) Nr. 511/2014) und nach Qualitätsstandard ISO 9001:2015 zertifiziert. Als Patenthinterlegungsstelle bietet sie die bundesweit einzige Möglichkeit, biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags zu hinterlegen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die Forschung das zweite Standbein der DSMZ. Das Institut mit Sitz auf dem Science Campus Braunschweig-Süd beherbergt mehr als 66.500 Kulturen sowie Biomaterialien und hat 198 Mitarbeiter. http://www.dsmz.de

Über die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 19.100 Personen, darunter 9.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro. http://www.leibniz-gemeinschaft.de

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
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Leibnitz-Institut DSMZ Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen
Inhoffenstraße 7 B 38124 Braunschweig

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