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02.10.2019 | Garten, Bauen & Wohnen | geschrieben von Herr Andre Wand¹ | Pressemitteilung löschen

Unbelüftetes Warmdach

Neben dem belüfteten Kaltdach werden Metalldächer heute vermehrt als unbelüftetes Warmdach ausgeführt. Bei der Planung und Ausführung sind bauphysikalische Aspekte besonders zu berücksichtigen. Denn anders als das Kaltdach muss das Warmdach diffusionsdicht sein. Ist dies nicht der Fall, sind Feuchteschäden und ein beeinträchtigter Wärmeschutz die Folge. Sicherheit bietet Planern und Ausführenden das Foamglas-Metalldachsystem. Die Lösung mit Schaumglas kombiniert materialgegebene Dichtigkeit mit konstantem Wärmeschutz. Dabei kann auf eine Luftschicht verzichtet werden. Ferner zeichnet sich das System durch eine einfache Verarbeitung aus. Als wärmebrückenfreie Befestigung kommen verzinkte Krallenplatten zum Einsatz.



Schon seit vielen Jahrhunderten sind Metalldächer Teil unserer Baukultur. Ihr Einsatz reicht von Kirchen über gewerbliche Bauten bis hin zu Privatgebäuden. Grund dafür sind die vielen Vorzüge, die das Material Metall aus technischer, ästhetischer und wirtschaftlicher Sicht zu bieten hat. So zeichnet es sich unter anderem durch eine hohe Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit aus. Metalldächer halten schweren Stürmen stand und sind über viele Jahre wartungsfrei. Zink- und Aluminiumdächer haben eine Lebensdauer von bis zu 80 Jahren und Kupferdächer kommen sogar auf bis zu 200 Jahre. Neben diesen Aspekten überzeugt Metall durch eine ansprechende moderne Optik und hohe Gestaltungs- und Einsatzvielfalt. Mit seinen besonderen Materialeigenschaften sowie den zahlreichen Falz- und Verbindungstechniken eignet es sich auch für komplexere Dachformen. Als natürlicher, recycelbarer Baustoff erfüllt Metall zudem ökologische Ansprüche.



Dachsystem mit vielen Möglichkeiten

Die wichtigste Voraussetzung für eine lange Lebensdauer und Wartungsfreiheit ist die fachgerechte Ausführung des Metalldachs sowie die Kombination mit passenden und hochwertigen Materialien. Von zentraler Bedeutung ist die Wahl des Dämmstoffes. Er hat die Aufgabe, die thermische und bauphysikalische Funktion des Daches über einen möglichst langen Zeitraum zu gewährleisten. Eine sichere Ausführungsmöglichkeit für einschalige, unbelüftete Metalldächer bieten verschiedene Systemlösungen mit Foamglas. Der Dämmstoff aus geschlossenzelligem Glas erfüllt in besonderer Weise die technischen und bauphysikalischen Anforderungen von Warmdachkonstruktionen mit Metalleindeckung. Hierzu zählen ein konstanter Wärmeschutz mit Lambdawerten von ?D = 0,041 W / (m•K) (für Foamglas T4+) sowie Wasser- und Dampfdichtheit. Der Dämmstoff lässt sich zudem universell einsetzen. Nach den Fachregeln des Klempnerhandwerks werden die Metallwerkstoffe Titanzink, Aluminium, Kupfer und Edelstahl auf Foamglas verarbeitet. Auch Spezialdächer mit unterschiedlichen geometrischen Formen sind problemlos realisierbar.



Grenzen herkömmlicher Systeme

In der Praxis werden Dächer mit Metalleindeckung häufig als belüftete, zweischalige Konstruktionen ausgeführt. Hierbei sorgt die Luftschicht dafür, dass diffundierende Feuchtigkeit zuverlässig abgeführt wird. Das Tauwasserproblem bei Metalldächern, welches durch die hohe Diffusionsdichtigkeit von Metall hervorgerufen wird, scheint damit gelöst. Doch belüftete Konstruktionen bergen Risiken. Probleme entstehen beispielsweise durch undichte Stellen im Bereich von Überlappungen und Bauteilanschlüssen oder durch fehlende Dampfbremsen. In solchen Fällen kann Wasserdampf in die Konstruktion eindringen und die Wärmedämmung durchfeuchten. Auch konstruktiv sind dem belüfteten Metalldach Grenzen gesetzt: So ist beispielweise bei großen, flach geneigten Dächern keine belüftete Bauweise möglich. Die steigenden Anforderungen an den Wärmeschutz machen das Kaltdach durch den höheren Aufbau zudem aus gestalterischer Sicht unattraktiv.



Unbelüftetes Warmdach als Alternative

Vor diesem Hintergrund setzen Verarbeiter zunehmend auf das unbelüftete Warmdach, das - bei richtiger Ausführung - viele Vorteile bietet. So lassen sich mit innovativen Systemen nicht nur komplexe Dachgeometrien, sondern auch geringe Konstruktionshöhen realisieren. Die Funktionstüchtigkeit des Daches hängt dabei maßgeblich von der Dichtigkeit der Dachkonstruktion ab. Konventionelle Lösungen mit Luft- und Dampfsperren sind jedoch oftmals hinsichtlich ihrer Funktionstüchtigkeit problembehaftet. Ein hohes Maß an Sicherheit bei der Ausführung von Metalldächern erhalten Verleger bei der Verarbeitung von Foamglas-Platten. Gegenüber klassischen Dämmmaterialien verbindet der aus geschäumtem Glas bestehende Baustoff die Funktionen der Wärmedämmung und Dampfsperre in einem. Mit seiner geschlossenzelligen Struktur schließt der Dämmstoff ein Eindiffundieren von Wasserdampf von vornherein aus und schützt die Bausubstanz langfristig und zuverlässig vor Feuchteschäden. Eine Stoßfugenverklebung trägt zusätzlich zur Dichtigkeit bei. Ferner weist der Dämmstoff eine hohe Druckfestigkeit auf, wodurch er sich gut als Unterlage für die Metalleindeckung eignet.



Wärmebrückenfreie, sichere Befestigung

Das Foamglas-Metalldach unterscheidet sich von einem konventionellen System nicht nur durch den Wegfall der Dampfsperre, sondern auch in der Befestigung der Metalleindeckung. Im traditionellen Warmdach mit Mineralfaser- oder Hartschaumdämmung wird die gefalzte Metalleindeckung mittels Verbindern beziehungsweise Distanzprofilen in der tragenden Konstruktion befestigt. Die dadurch entstehenden Unterbrechungen in der Dämmschicht sowie Perforierungen der Dampfsperre führen zu Wärmebrücken. Ein Durchfeuchten der Dämmung oder die Korrosion der Befestigungsmittel sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Montage der Metalleindeckung - innerhalb des Foamglas-Warmdachs - erfolgt hingegen über sogenannte Krallenplatten in der Dämmschicht. Durch den Wegfall einer durchgehenden mechanischen Befestigung ist diese Konstruktion völlig wärmebrückenfrei.



Einfache handwerkliche Verarbeitung

Die einfache handwerkliche Verarbeitung ist dabei ein besonderer Vorteil des Foamglas-Warmdachs. Der Untergrund des Systems kann variabel aus Trapezblech, Holz oder Beton bestehen. Bei Beton ist zunächst ein Voranstrich, bei Holz eine Behelfsabdichtung erforderlich. Die Foamglas-Dämmplatten werden mit Heißbitumen beziehungsweise Bitumenkaltkleber vollflächig und -fugig auf der Tragkonstruktion verklebt. Im Anschluss wird ein Heißbitumendeckabstrich auf die Dämmschicht aufgebracht. Im regelmäßigen Abstand werden die Krallenplatten in die Dämmschicht gesetzt. Durch Anflämmen des Deckbitumens unterhalb der Krallenplatte verflüssigt sich die Masse, sodass eine kraftschlüssige und auszugsfeste Haftung der Befestigung beim Andrücken entsteht. Anschließend wird eine Bitumen-abdichtungsbahn abschnittsweise und Stoß an Stoß aufgeschweißt. Durch diese hindurch erfolgt die Verschraubung der Haften für die Metalleindeckung. Im letzten Schritt werden die Metallbleche als oberer Abschluss des Dachpakets montiert. Die Anzahl der Befestigungspunkte ist in der Fläche sowie im Rand- und Eckbereich an die Gebäudehöhe anzupassen.



Korrosionsfrei und windfest

Die von Pittsburgh Corning entwickelten Krallenplatten haben ein Format von 15 mal 15 Zentimeter und sind in verzinktem Stahl oder auf Anfrage in Kupfer oder Edelstahl erhältlich. An zwei Seiten verfügen sie über Krallenkränze. Ihre Windlast-Auszugsfestigkeit ist nach UEATC geprüft und beläuft sich auf einen Wert von ? 400 Newton (N) pro Befestigungspunkt, der damit die Anforderung der Klempnerrichtlinie übertrifft. Hinsichtlich ihres Korrosionsverhaltens ist die Krallenplatte unbedenklich und für alle Arten von Metalleindeckungen geeignet, wie ein Gutachten des Materialprüfungsamtes in Dortmund (MPA NRW) bestätigt.



Ökologisch und nicht brennbar

Nicht nur unter verarbeitungstechnischen und bauphysikalischen, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten überzeugt das Dämmmaterial Foamglas: Der Baustoff ist frei von umweltschädigenden Flammschutzmitteln sowie Treibgasen und besteht zu über 60 Prozent aus hochwertigem Recyclingglas. Vorteilhaft sind auch die Materialeigenschaften im Hinblick auf den Brandschutz. Da der Dämmstoff aus reinem Glas besteht, ist er nicht brennbar und wird in die Euroklasse A1 eingestuft. Im Brandfall entwickelt das Material weder Qualm noch toxische Gase. Auch eine Feuerweiterleitung ist dadurch ausgeschlossen.



In vielerlei Hinsicht eröffnen innovative und nachhaltige Baustoffe wie Foamglas Verarbeitern neue Möglichkeiten bei der Metalldachausführung. Durch ihren Einsatz lassen sich zentrale Herausforderungen wie die Dichtigkeit im Warmdach lösen. Die ganzheitliche Verwendung alterungsbeständiger und hochwertiger Baustoffe - auch über die Metalldeckung hinaus - ist eine logische Maßnahme, die zur Langlebigkeit der gesamten Dachkonstruktionen beiträgt.


Diese Pressemitteilung wurde über Connektar publiziert.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
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