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17.01.2011 | Medizin, Gesundheit & Wellness | geschrieben von Clarence P. Davis¹ | Pressemitteilung löschen

Kaffee schützt vor Diabetes

Forscher der University of California Los Angeles (UCLA) haben einen möglichen molekularen Mechanismus entdeckt, der den schützenden Effekt von Kaffee vor Typ-2 Diabetes beschreiben könnte: Ein Protein mit dem klingenden Namen Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) steht eventuell dahinter. SHBG reguliert die biologische Aktivität der körpereigenen Sexualhormone, Testosteron und Östrogen, von denen schon lange angenommen wird, dass sie eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Typ-2 Diabetes spielen. Kaffee, so die Forscher, erhöht den Plasmaspiegel von SHBG und greift somit aktiv in die Regulation der Sexualhormone ein.

Wie aus der Veröffentlich von Atsushi Goto und Dr. Simin Liu hervorgeht, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Diabetes erschienen ist, haben Frauen, die wenigstens vier Tassen Kaffee trinken pro Tag ein signifikant geringeres Risiko einen Diabetes zu bekommen als Kaffee-abstinente Frauen.

Auf der Suche nach den Gründen, haben die Forscher die Resultate auf den Plasmaspiegel von SHBG untersucht und herausgefunden, dass dies der entscheidende Faktor war.

Die Amerikanische Diabetes Association schätzt, dass ungefähr 24 Millionen Kinder und Erwachsene in den USA - das sind sagenhaft 8 Prozent der Bevölkerung - einen Diabetes haben. Davon sind rund 90 bis 95 Prozent der Fälle Diabetes vom adulten Typ (auch Typ-2 Diabetes genannt).

Frühere Studien haben wiederholt gezeigt, dass es eine inverse Assoziation zwischen Kaffee-Konsum und Risiko für Typ-2 Diabetes gibt. Das bedeutet, dass das Risiko für Typ-2 Diabetes mit jeder zusätzlichen Tasse Kaffee abnimmt. Bisher hatte man angenommen, dass Kaffee die Glukose-Toleranz des Körpers durch eine Erhöhung der Verbrennungsrate verbessert und somit Ansprechbarkeit der Zellen auf Insulin erhöht.

Aus einer früheren Arbeit von Liu und Mitarbeitern, die in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine (NEJM) erschien, war bekannt, dass es zwei Mutationen im Gen für das SHBG gibt und dass sich diese Mutationen direkt auf das Risiko für Typ-2 Diabetes auswirken; je nach Plasmaspiegel des SHBG erhöht die eine Mutation das Risiko, während es die andere zu senken vermag.

Viele Studien haben bereits auf die Wichtigkeit der Sexualhormone in der Entstehung g von Typ-2 Diabetes hingewiesen und es ist bekannt, dass SHBG nicht nur die Aktivität der Sexualhormone reguliert, sonder auch selbst direkt an Rezeptoren verschiedener Zellen binden kann und so die Wirkung der Sexualhormone auf die Zelle überträgt.

"Diese genetische Tatsache, dass es unterschiedliche Formen von SHBG gibt und dass diese ein unterschiedliches Risikoprofil für die Entwicklung eines Typ-2 Diabetes haben, hat uns entscheidend weitergebracht," meinte Goto, "weil es ein direkter Hinweis darauf war, dass SHBG tatsächlich eine ursächliche Rolle in der Entwicklung des Typ-2 Diabetes spielen könnte."
"Es scheint dass SHBG im Blut eine genetische Empfänglichkeit für die Entwicklung eines Typ-2 Diabetes widerspiegelt," sagte Liu. "Aber zudem wissen wir auch, dass dieses Protein durch diätetische Massnahmen beeinflusst werden kann, was bedeutet, dass das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2 Diabetes beeinflusst werden kann. Je tiefer die SHBG Spiegel, umso höher ist das Risiko. Dies gilt unabhängig von allen anderen Risikofaktoren."

Für die Studie untersuchten die Forscher 359 neue Diabetesfälle und verglichen diese mit einer Vergleichsgruppe von ebenfalls 359 Gesunden, die aus den ca. 40"000 Frauen ausgesucht wurden, die bereits Teil der Women's Health Study sind. Die Women's Health Study ist eine grossangelegte Untersuchung, die ursprünglich dazu gedacht war, den Nutzen und die Risiken einer niedrig dosierten Einnahme von Aspirin und Vitamin E in der Verhütung von kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs festzustellen.

Die Forscher fanden, dass Frauen, die vier Tassen Kaffee pro Tag zu sich nahmen, erheblich höhere SHBG Spiegel im Blut hatten als solche, die keinen Kaffee tranken. Ausserdem wiesen sie ein 56 Prozent niedrigeres Risiko für die Entwicklung eines Typ-2 Diabetes auf. Solche, die die schützende Mutation hatten, konnten am meisten vom Kaffee-Konsum profitieren.

"Der Konsum von koffeinfreiem Kaffee hatte übrigens keinerlei Einfluss auf das Diabetes-Risiko," sagte Goto. "Man sollte also den echten Kaffee wählen, wenn man an einer Senkung des Risikos interessiert ist."

Koffein ist übrigens nicht nur in Kaffee, sondern auch im Tee oder in anderen koffeinhaltigen Getränken, wie beispielsweise Coca-Cola, enthalten. Im Falle von Coca-Cola sollte man aber die zuckerfreien Varianten wählen, weil der Nutzen sonst im besten Falle limitiert sein könnte.

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