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04.03.2020 | Tourismus & Reisen | geschrieben von Anett Wiegand¹ | Pressemitteilung löschen

Victoria/Australien: Mission Artenschutz

Zahlreiche Umweltschützer in Victoria haben sich dem Erhalt der endemischen Arten in Australien verschrieben. Die jüngsten Buschbrände haben sie einmal mehr mobilisiert und kreativ werden lassen. Beim Bestreben um den Artenschutz können jetzt auch Touristen aktiv mithelfen - ob Aufforsten für die Koalas oder eine Lektion in Pflanzenkunde im australischen Busch. Zudem malen Künstler für den guten Zweck, und Ureinwohner geben ihr Jahrtausendealtes Wissen zum Schutz der ursprünglichen Naturlandschaften weiter.

Bäume pflanzen für Koalas
Beim Bestreben um den Arten-Erhalt können jetzt auch Touristen aktiv mithelfen. Der nachhaltige Reiseveranstalter Echidna Walkabout aus Melbourne bietet Australienreisenden die Möglichkeit, sich beim Aufbau von neuem Lebensraum für Koalas zu engagieren. In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Koala Clancy Foundation führt die "Koala Recovery Experience" von Melbourne aus in die nahegelegenen You Yang Ranges. Hier helfen Gäste auf einem geschützten Privatgrundstück, die für Koalas so wichtigen Eukalyptusbäume zu pflanzen. Tier-Forscher informieren dabei über das Leben und das natürliche Umfeld der Tiere. Die "Koala Recovery Experience" findet im Juli und August 2020 statt und kann als Ein-, Zwei- oder Dreitagestour gebucht werden - auch über den deutschen Veranstalter Explorer Reisen (hier).
Echidna Walkabout Gründerin Janine Duffy ist für ihre besonderen Natur- und Tierbeobachtungstouren bekannt. Neben reinem "Naturkonsum" geht es der Öko-Pionierin darum, etwas zurückzugeben. So beinhaltet jede Tour einen angemessenen Arbeitseinsatz durch die Gäste, wie Unkraut jäten, Müll einsammeln, Unterstützung bei der Katalogisierung von Vögeln. Anbieterinfos.
Reisetipp: Der australische Winter (Juli bis September) ist ideal, um Robben und Buckelwale zu beobachten. Möglich ist das zum Beispiel in der Nähe von Phillip Island (etwa 145 Kilometer von Melbourne) und im Wilsons Promontory National Park (etwa 225 Kilometer von Melbourne) im südlichen Victoria. Auch die zu Lande beheimateten australischen Säugetiere, wie Wombats, lieben die kühlen Sonnentage. Zudem zeigen sich Emus jetzt gern mit ihren neugierigen Jungen.

Malen für den guten Zweck
In kaum einer anderen Metropole ist das Stadtbild so geprägt von prächtigem Graffiti und Gemälden an Häuserwänden wie in der Hauptstadt des australischen Bundesstaates Victoria. Melbourne und Street-Art gehören zusammen wie Australien und seine einzigartige Tierwelt. Die Verknüpfung beider Themen schafft das neuestes Straßenkunstwerk des einheimischen Künstlers Andrew Gibbons: Das überdimensionale Wandbild zeigt einen Koala, der in seinen Pfoten einen Löschschlauch hält. Es ist eine symbolische Wertschätzung für Australiens freiwillige Feuerwehrleute, die unermüdlich gegen die Buschbrände gekämpft haben. Zudem lag eine weitere Mission dem Motiv zugrunde: Interessierte konnten die Entstehung des Kunstwerks live mitverfolgen und sich durch Spenden an den WWF Australia Wildlife Recovery Fund für die Wiederherstellung von Lebensraum für wildlebende Tiere engagieren. Auch andere Künstler schlossen sich der Aktion an und bemalten ebenfalls Häuserwände für den guten Zweck.
Reisetipp: Die derzeit wohl größte Bereicherung in Melbournes ständig wandelnder Street-Art-Szene ist ein wieder freigelegter Keith Haring aus dem Jahr 1984. Im Rahmen der Eröffnung des Collingwood Arts Precinct - Australiens erstem Bezirk für zeitgenössische Kunst - wurde das restaurierte Wandgemälde Ende 2019 der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Es befand sich seit 2017 hinter einer schützenden Bauverkleidung. Mit dem Kunstwerk stellte vor sechsunddreißig Jahren der aufstrebende New Yorker Straßenkünstler seine Arbeit in Melbourne vor. Das war der Anfang der Straßenkunst-Szene der Stadt. Das Bild in der Johnston Street ist eines der wenigen weltweit noch existierenden Haring-Bildern im öffentlichen Raum.

Frauenpower in Feuerwehruniform
Am Lake Tyers in East Gippsland im östlichen Victoria kämpfte Gunaikurnai-Frau Charmaine Sellings mit der ersten rein weiblichen, rein indigenen Feuerwehrbrigade Australiens unermüdlich gegen die Buschfeuer in ihrem heiligen Land. Der Schutz der ursprünglichen Naturlandschaft mit ihren kulturellen Schätzen liegt ihr am Herzen. Denn auf dem 5.000 Hektar großen Gebiet liegen Dutzende bedeutender historischer Stätten mit unzähligen Artefakten, die von der bewegten Geschichte der örtlichen Ureinwohner erzählen. Um der Bedrohung durch Buschfeuer effektiv entgegenzutreten, plädiert sie für einen "Blick nach vorn und zurück", der die modernen Mittel der Neuzeit mit den traditionellen Methoden des Land- und Feuermanagements der Aborigines verbindet. Dazu gehört zum Beispiel auch die uralte Technik des "cultural burning". Hierbei werden kontrollierte Feuer mit niedrigen Temperaturen entzündet, die Unterholz wie trockenes Gras, Laub und Äste abbrennen. So können sich die natürlichen Buschfeuer nicht mehr von ihnen nähren und ihre verheerende Wirkung entwickeln.
Tipp: Auch für den persönlichen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt vermitteln Ureinwohner ihr Jahrtausende altes Wissen. Neuestes Angebot: Eine "Aboriginal Bush Food Tour" in den Royal Botanic Gardens in Melbourne Die 90-minütige Tour vermittelt Wissen über einheimische australische Pflanzen, und wie sie traditionell verwendet werden. Kulinarischen Abschluss bilden von der einheimischen Botanik inspirierte Häppchen - zubereitet von angehenden Köchen des Charcoal Lane. Das Restaurant in dem Szeneviertel Fitzroy ist nicht nur ein herausragendes Beispiel für Fine Dining mit traditionellen Zutaten, sondern auch ein soziales Projekt, das sich erfolgreich um die Ausbildung junger Aborigines bemüht. Hier verbinden sich die Aromen der Aborigine-Küche mit den Erinnerungen an die ersten Bewohner des australischen Kontinentes. Das Ergebnis: Spannende Geschichten an Pfefferbeeren Panna Cotta - zum Bespiel. Infos

Bildquelle: @Visit Victoria

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