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14.01.2011 | Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen | geschrieben von Sven Kersten-Reichherzer¹ | Pressemitteilung löschen

Lohnbuchhalter spüren wirtschaftlichen Aufschwung

Frankfurt am Main / Frechen, 14. Januar 2011 - Der wirtschaftliche Aufschwung, der in vielen Unternehmen bereits zum Jahresende 2010 zu spüren war, scheint auch an den Entgelt-Abteilungen nicht spurlos vorbei zu gehen. Dies geht aus einer Umfrage unter Mitarbeitern der Lohnbuchhaltung in deutschen Unternehmen hervor. Die überwältigende Mehrheit von 82 Prozent der Befragten gab auf die Frage nach der "Bedeutung von Abfindungen durch Personalfreisetzungen" an, dass derartige Zahlungen in den kommenden sechs Monaten keine relevante Größe bei den Personalkosten darstellen; bei 16 Prozent stellen Abfindungen weniger als fünf Prozent der Gesamtpersonalkosten dar. Nur bei zwei Prozent aller befragten Unternehmen haben Abfindungen, die aufgrund von Personalfreisetzungen ausgezahlt werden, einen Anteil von mehr als 5 Prozent an den Gesamtpersonalkosten.
330 Lohnbuchhalter und Entgelt-Verantwortliche machten bei der Umfrage Aussagen zur aktuellen und zukünftigen Bedeutung von Themen im Bereich Lohn- und Gehaltsabrechnung, woraus ein Lage- und Trendindex ermittelt wurde. Die Befragung wurde durch das Fachmagazin LOHN+GEHALT aus der Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm DATAKONTEXT und der Sage HR Solutions AG, einer der führenden Hersteller von HR-Software im Mittelstand, durchgeführt.

Variable Vergütungen im Kommen

Ein weiteres Indiz für den konjunkturellen Aufschwung zeichnet sich beim Thema der "Variablen Vergütungen" im aktuellen Lage-Index ab, das mit einem Plus von 5,6 Prozentpunkten den zweitgrößten Zuwachs (nach dem Thema Personalkostencontrolling) verzeichnet. "Dieser Anstieg", so Diana Keller, Chefredakteurin der LOHN+GEHALT, "kann als Indiz dafür gewertet werden, dass Prämien, Zuschläge und Boni angesichts der wachsenden Wirtschaftsleistung bei der Entgeltabrechnung als flexible Wege der Vergütung an Wichtigkeit zunehmen." Hierfür spräche auch, dass die Frage zu den notwendigen "Änderungen/Anpassungen in den Vergütungsmodellen" ebenfalls um +4,6 Prozentpunkte im Lage-Index gestiegen seien und damit den drittstärksten Zuwachs verzeichneten: "Da beiden Themen auch im Trend-Index für die kommenden sechs Monate mit +3,5 Prozentpunkten ("Variable Vergütung") bzw. +4,5 Prozentpunkten ("Änderungen/Anpassungen in den Vergütungsmodellen") ein überdurchschnittlich starkes Wachstum prognostiziert werden, scheint sich hier ein nachhaltiger Trend anzudeuten", so Keller.

Elektronisches Meldewesen

Nach wie vor besitzt das Thema der elektronischen Meldungen und Datenübermittlung bei den Lohnbuchhaltern die höchste Bedeutung. Mehr als jeder Zweite der befragten Entgelt-Verantwortlichen (57 Prozent) gab an, dass das Thema eine hohe Bedeutung habe, auch wenn diese im Lage-Index zum Jahresende relativ stark um rund 11 Prozentpunkte gegenüber der vorangegangenen Umfrage im August gesunken ist. Allerdings gingen die Werte für die zukünftigen Erwartungen im Trend-Index noch einmal deutlich nach oben: Fast 61 Prozent der Teilnehmer - und damit rund 12 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal - misst Elektronischen Meldungen in den kommenden sechs Monaten eine hohe Bedeutung zu. Damit erzielt dieser Aufgabenbereich mit Abstand den höchsten Wert im Trend-Index.

"Eine Ursache für den starken Rückgang des Themas in der aktuellen Bedeutung", so Matthias Schneider, Vorstand der Sage HR Solutions AG, "kann im Höhepunkt der ELENA-Diskussion zum Zeitpunkt der letzten Befragung im August gesehen werden. Damals wurde das Thema medial stark inszeniert, während die Diskussion zum Jahresende hin wieder abnahm und es nun weitere Nachbesserungen zu ELENA geben soll. Perspektivisch ist dennoch eine stark anwachsende Bedeutung zu sehen, da gerade zum Jahresanfang mit dem Zahlstellverfahren für Versorgungsbezugsempfänger sowie dem Erstattungsverfahren für die Umlagen I und II gleich zwei gesetzliche Themen vor der Tür stehen, die mit entsprechenden elektronischen Datenübermittlungsverfahren umgesetzt werden müssen. Ab dem 1. Juli 2011 steht außerdem noch das elektronische Meldeverfahren für die Entgeltersatzleistungen vor der Tür", so Schneider. Die steigende Komplexität sei aus seiner Sicht daher nur mit entsprechenden Software-Lösungen umsetzbar, die jedoch in vielen kleinen und mittelständischen Firmen noch fehlten.

Personalkostencontrolling wichtig

Das Thema Personalkostencontrolling spielt in der Einschätzung der Lohnbuchhalter aktuell eine wichtige Rolle und klettert im Lage-Index dank des stärksten Wachstums von +10-Prozentpunkten mit jetzt 17,1 Prozent auf den zweiten Platz. Dieser starke Anstieg ist zum einen auf die in vielen Betrieben stattfindenden Budget-Planungsrunden zum Jahresende zurückzuführen. Aber auch die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise können hierfür verantwortlichen sein. Denn viele Unternehmen legen nach wie vor ein sehr großes Augenmerk auf die Planung und Überwachung ihrer Kosten. Auch für die Zukunft wird dieses Thema daher laut Umfrage eine wachsende Bedeutung einnehmen: Im Trend-Index für die kommenden sechs Monate steigt die Bedeutung des Themas um knapp zwei Prozentpunkte auf nunmehr 35 Prozent. Inzwischen bestätigen 40 Prozent der Befragten eine steigende Bedeutung im kommenden Halbjahr.

Zur Methodik der Umfrage

Im Rahmen des 2. Trendindex LOHN+GEHALT befragte das Fachmagazin LOHN+GEHALT zusammen mit der Sage HR Solutions AG in der Zeit vom 15. November bis 1. Dezember 2010 insgesamt rund 330 Mitarbeiter aus dem Bereich Lohnabrechnung nach ihren Erwartungen, den Trends und Schwerpunkten in ihrem Aufgabengebiet. 25 Prozent der Teilnehmenden gaben an, in der Personalleitung tätig zu sein, 55 Prozent in der Lohnbuchhaltung, drei Prozent in der Geschäftsleitung, neun Prozent in kaufmännischen Abteilungen und acht Prozent kamen aus anderen Abteilungen. Die Befragung richtete sich an Unternehmen jeder Größe: 15 Prozent der teilnehmenden Firmen waren Kleinunternehmen mit 1-19 Mitarbeiter, 32 Prozent haben 20 bis 99 Mitarbeiter, 13 Prozent 100 bis 199 Mitarbeiter, 16 Prozent 200 bis 499 Beschäftigte, acht Prozent 500 bis 1.000 Mitarbeiter und 16 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen mehr als 1.000 Mitarbeiter. Am stärksten vertretene Bereiche waren Unternehmen aus der Industrie (30 Prozent), gefolgt von 23 Prozent aus dem Dienstleistungsbereich, 17 Prozent aus dem Öffentlichen Sektor, elf Prozent aus dem Handel und drei Prozent aus dem Baugewerbe. Alle übrigen Branchen kommen auf einen Anteil von 16 Prozent.
Der Index kann kostenlos unter http://www.sage.de/Lohnindex heruntergeladen oder per E-Mail an presse@sage.de angefordert werden.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
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