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11.03.2019 | Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen | geschrieben von Frau Christa Jäger-Schrödl¹ | Pressemitteilung löschen

Unternehmensnachfolge - ein Thema mit vielen Hürden?

Durch viel Arbeit und Herzblut hat so manch ein Unternehmer seine Firma zum millio­nenschweren Vorzeigeunternehmen mit hunderten von Mitarbeitern gemacht. Wen wundert es da, dass es schwerfällt, sich davon zu trennen und die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Ist dann niemand in Sicht, wird es schwierig. Auf der anderen Seite fällt es natürlich auch dem Nachwuchs schwer, in die Fußstapfen des Vorgängers zu treten und die Suche nach dem richtigen Nachfolger geht weiter.



Wer nun annimmt, dass sich der Chef frühzeitig Gedanken um einen kompetenten Nachfolger macht, der irrt häufig. Das Institut für Mittelstandsforschung IfM in Bonn schätzt, dass für den Zeitraum 2018 bis 2022 etwa 150.000 Unternehmen mit rund 2,4 Millionen Beschäftigten zur Übergabe anstehen. Die Hälfte der Eigentümer entscheidet die Unternehmensnachfolge familienintern, achtzehn Prozent finden einen Nachfolger unter den Mitarbeitern und ein knappes Drittel muss eine unternehmensexterne Lösung suchen. Leider stellt ein Drittel der Chefs die Nachfolgefrage erst sehr spät.



Hier setzt die erfahrene Managementtrainerin Angelica Egerth an. Neben all den wirtschaftlichen Kriterien der Unternehmensübergabe, widmet sie sich gerade in familiengeführten Unternehmen auch den emotionalen Aspekten.



Von der Designerin zum Managementcoach und Berater für den Generationenwechsel in Unternehmen. Wie konnten Sie diesen Bogen schlagen?



Angelica Egerth: Ich begleite die Menschen in entscheidenden Lebensphasen ein Stück weit und baue Brücken für machbare Lösungen. Mein unternehmerisches Denken, die Kreativität in Verbindung mit enormem Wissensdrang und meine Liebe zu den Menschen hat mich bereits vor Jahrzehnten zur Beratung von Unternehmen und Unternehmern gebracht.



Was bewirkt Ihre Beratung zum Generationswechsel?



Angelica Egerth: Die "Jungen", also die potentiellen Nachfolger, unterstütze ich nicht nur bei der Entscheidung pro oder contra Nachfolge, ich zeige Ihnen auch sehr genau, was sie mitbringen sollten und wie die Unternehmensführung unter ihrer Leitung aussehen kann. Die heutige Inhaber-Generation dagegen braucht meine Unterstützung, um loszulassen, um zu vertrauen und voller Zuversicht neben der Unternehmensverantwortung einen attraktiven neuen Weg zu finden. Wichtig sind mir zudem die Mitarbeiter. Ein gutes Gefühl der Firmenzugehörigkeit sollte gerade auch wegen einer anstehenden Übergabe bestehen.



Warum fällt es vielen Unternehmer so schwer sich rechtzeitig um eine Nachfolgelösung zu kümmern?



Angelica Egerth: Oft ist das Unternehmen gleichzeitig auch Lebensinhalt des Chefs oder einer ganzen Familie. Da fehlt dann schon häufig der Wunsch nach dem wohlverdienten Ruhestand. Besteht der Freundeskreis dann überwiegend noch aus Geschäftsfreunden, wird der Gedanke an ein Loslassen noch schwerer und es besteht tatsächlich die Gefahr, nach der Übergabe in ein emotionales Loch zu fallen. Wer dies befürchtet, vermeidet es natürlich, sich mit dem Generationenwechsel zu befassen. Daher ist es so wichtig rechtzeitig zu planen, wie das Leben des Unternehmers nach der Übergabe aussehen kann, was man voller Freude erleben möchte und was seinem Leben einen neuen und besonderen Sinn geben kann.



Wie ist das auf der Nachfolgerseite. Wird das Thema hier aufgegriffen oder ist es eher eine Art Tabu in den Familien?



Angelica Egerth: Es ist oftmals nicht nur ein Tabu für die Kinder, es bestehen regelrecht Ängste vor Konflikten. Man möchte die Eltern nicht vor den Kopf stoßen und aufs Altenteil schicken - gar die gute Beziehung zum Elternhaus riskieren. Meist geht es ja auch um große Vermögenswerte und da sollten schon die Eltern das Thema ansprechen, so die Auffassung der nachwachsenden Generation.



Wenn nun aber eine schwere Krankheit oder ein Todesfall zur Nachfolgeregelung zwingen, wie kann dann die Lösung aussehen?



Angelica Egerth: Nach dem plötzlichen Ausfall des Unternehmenschefs, muss die Familie oft ganz schnell entscheiden, ob einer oder mehrere Angehörige die Leitung übernehmen können. Wenn dies nicht gegeben ist, besteht hier die Möglichkeit, einen Interims-Manager einzusetzen in der Geschäftsführung. Möglicherweise findet sich dann im Laufe der Zeit ein geeigneter Nachfolger. Natürlich besteht die Gefahr, dass ein Unternehmen verkauft oder gänzlich geschlossen werden muss. Ich rate allen Unternehmern in meinen Beratungen, den Worst-Case-Fall gedanklich gut durchzuspielen und vorzusorgen.



Wie sollte die Vorsorge für den Ernstfall aussehen?



Angelica Egerth: Wenn Vollmachten, Zugangsdaten und sonstige wichtige Informationen keinem Vertrauten zur Verfügung stehen, kann das ein Unternehmen schnell an den Abgrund bringen. Um das zu vermeiden, empfehle ich einen "Notfallkoffer" sicher zu deponieren. Sowohl Familienangehörige, enge Vertraute im Unternehmen oder auch ein guter Freund sollten wissen, was sich in und vor allem wo sich dieser Koffer befindet. Neben einer strukturierten Aufstellung sollten alle erforderlichen Verträge und Willenserklärungen enthalten sein. Je klarer die Vorstellung eines Unternehmers über die Nachfolge im Fall des Falles ist umso besser. Alle wichtigen Ansprechpartner wie beispielsweise die Hausbank, Steuerkanzlei, Wirtschaftsprüfer, die Anwälte, sowie Lieferanten und Zulieferer müssen aufgeführt sein, damit eine Not-Übergabe möglich ist.



Es ist nicht angenehm, Entscheidungen für den Fall des Falles zu treffen - doch diese Überlegungen enthalten oftmals bereits wertvolle Lösungen für eine Nachfolge. Als Firmeninhaber sollten Sie ein oder zwei vertraute Personen für diese Ausnahmesituation oder eine längere, vorübergehende Abwesenheit vorbereiten. Das gibt allen Beteiligten ein Gefühl der Sicherheit.



Wie gehen Sie als Nachfolgeberaterin vor, um geeignete Kandidaten für die zukünftige Firmenleitung zu finden?



Angelica Egerth: Meist sind die Unternehmen, zu denen ich gebeten werde, steuerlich in gut betreuter Hand. Bilanzen und Unternehmenswert sind oft bekannt. Ob ein Unternehmen bereits übergabefähig ist, ist relativ schnell geklärt. Dann erst geht es "in medias res".



Dieser Prozess gilt grundsätzlich auch für die Übergabe an eigene Kinder oder Verwandte. Ob ein Unternehmen tatsächlich zum Verkauf steht oder sich Familienmitglieder für die Nachfolge interessieren, stellt sich während eines Orientierungstages heraus. Ich stehe grundsätzlich dafür ein, wenn irgend möglich eine familieninterne Lösung zu finden. Vorweg führe ich mit allen Personen ein Vier-Augen-Gespräch, so dass alle Beteiligen gut vorbereitet in diesen Tag gehen.



- Es wird ein gemeinsames Konzept zur Vorgehensweise erstellt. Darüber hinaus prüfen und unterstützen meine Fach-Experten im Hintergrund die Bereiche: Gesellschaftsrecht und juristische Fragen, betriebswirtschaftliche Überlegungen, Nachfolgersuche oder Suche nach Führungskräften beziehungsweise Geschäftsführern außerhalb der Familie, bis hin zur Fördergeldberatung.

- Wir halten die Ist-Situation fest und filtern anstehende Handlungsfelder heraus.

- Dann werden auch schon die ersten Schritte und Aktionen festgelegt.

- Ich erarbeite einen vorläufigen Zukunfts-Entwurf und Handlungsplan. Ideen zur späteren Positionierung werden ermittelt.

- Wir klären mögliche Konflikte und begleiten die Familie und die Mitarbeiter gleichermaßen.

- Mit Blick auf den Kulturwandel unterstütze ich die Mitarbeiterbindung in Richtung Zukunft mit der Weiterentwicklung der Corporate Identity im Focus.

- Auf Wunsch erstellen wir einen Notfallplan gemeinsam für die Übergabe und die Phase des Loslassens.

- Für den Nachfolger geht es aber auch um die Entwicklung moderner Leitbilder, mit der Wertearbeit als Basis

- Wir begleiten die Position der jungen Generation bis der gewünschte "Sicherheitsstatus" erreicht ist.



Welchen besonderen Tipp würden Sie einem Firmeninhaber mitgeben?



Angelica Egerth: Jeder Unternehmer sollte einen Plan A und B der Firmenweiterführung bereithalten. Denn sollte der eigene Nachwuchs für sich selbst eine andere Lebensentscheidung treffen, braucht es eine Alternative. Ich rate dringend, einen Zeitbedarf von etwa zwei bis fünf Jahren zu kalkulieren und bereits im Vorfeld denkbare Situationen zu testen. Es ist hilfreich, schon heute Projekte oder Aufgaben im Unternehmen temporär an vertraute Mitarbeiter und fähige Führungskräfte zu übergeben. Und natürlich gibt es für alle Fragen zum Generationswechsel auch noch mich, die gerne mit Rat und Tat unterstützt. Lassen Sie sich begleiten, es lohnt sich!



Wir bedanken uns für das informative Gespräch. Weitere Informationen dazu finden Sie unter: http://www.egerth.de



*Der Abdruck ist frei. Wir bitten um ein Belegexemplar.

Diese Pressemitteilung wurde über Connektar publiziert.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
Angelica Egerth, Generationswechsel im Unternehmen
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