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11.03.2020 | Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen | geschrieben von Kerstin Meisner¹ | Pressemitteilung löschen

Wie sehr ist der Markt der Künstler von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen?

Insgesamt wurden 938 Künstler, die Teil des Netzwerkes von memo-media sind, befragt. Die Rücklaufquote liegt mit 277 Beantwortungen bei knapp 30 %. Allen das macht schon deutlich, wie ernst die Lage der Künstler ist und wie wichtig es ihnen ist, Gehör zu bekommen.
82 % Prozent der Künstler sehen ihre wirtschaftliche Situation ernsthaft bedroht.
Fast ein Viertel haben jetzt schon durch Stornierungen Umsatzeinbußen von 10 - 25 % des Jahresumsatzes.
71 % bekommen deutlich weniger oder sogar keinerlei Anfragen und Buchungen mehr.
45 % sind nicht auf eine solche Situation vorbereitet und haben keinerlei Rücklagen. Immerhin 30 % haben etwas Geld gespart, dass für Investitionen eingeplant war.
Knapp 70 % empfinden es als angemessen, wenn auch ihnen Hilfeleistungen wie das Kurzarbeitergeld zur Verfügung gestellt werden würde.
Sorgen macht ihnen die aktuelle Rechtsunsicherheit und dass sie als Freelancer und Einzelkünstler bei den Hilfsmaßnahmen vergessen werden.
Einige Zitate: "Die Auswirkungen einer solchen Panikmache wird von der Politik meist in der Großwirtschaft gesehen, die aber sowieso genug Rücklagen für solche Situationen hat. Bei uns sagt man nur "Höhere Gewalt" und man geht leer aus!" "Es sollten die gleichen Hilfen für Selbstständige geben wie auch für Angestellte und Großunternehmen. Man fällt als Künstler oder Einzelunternehmer völlig durch die Auffangsiebe des Landes." "Es sollte endlich ein System für Arbeitsausfall bei freischaffenden Künstlern geben. Wir zahlen genauso Steuern wie alle anderen Arbeitnehmer." "Allgemein müssen die Bedingungen für Künstler verbessert werden, ihr schaut euch gerne unsere Kunst an, aber wirklich unterstützen wollt ihr uns nicht. Unsere Arbeit ist mindestens genauso wichtig wie eure!"
Wir geben zu bedenken, dass es sich bei der "Branche der Künstler" sowieso schon um eine Branche der Wenig-Verdiener handelt. Die knapp 30.000 Versicherten in der Sparte "Darstellende Kunst" der Künstlersozialkasse - darunter fallen auch Artisten, Clowns, Zauberer usw. haben gemeinsam ein Jahres-Einkommen von 623.000.000 Euro, das sind pro Kopf im Schnitt 21.000 Euro. Von diesem Einkommen müssen sie sich versichern und Investitionen tätigen. Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt in Deutschland bei 45.000 Euro, also mehr als doppelt so hoch.
Unsere konkreten Forderungen sind daher:
Rückwirkende und zukünftige Stundung von Steuern, Beiträgen und Abgaben
Möglichkeit der rückwirkenden Steuer- und Beitragsstundung zum Liquiditätserhalt, sofern die Beiträge zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht entrichtet wurden. Stundung zukünftiger Zahlungen.
Übernahme von Bürgschaften für bestehende und neue Kredite Schutz vor Fälligstellung von Krediten und Kontokorrentlinien durch Kreditinstitute.
Zuschüsse für den Existenzerhalt
Eine unkomplizierte und schnelle Zuteilung muss gewährleistet sein.
Die sofortige Umsetzung aller Forderungen noch im März ist dabei entscheidend.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
http://www.memo-media.de
memo-media Verlags-GmbH
Rölefeld 31 51545 Waldbröl

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