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11.09.2012 | Unternehmen, Wirtschaft & Finanzen | geschrieben von Reiner Schon¹ | Pressemitteilung löschen

Fachkräftemangel: welche Personalstrategie verfolgen Unternehmer?

Aufbau der Trendstudie Personalkompass 2012: Die Trendstudie Personalkompass 2012 wurde von der Unternehmensberatung Schulz & Schon PersonalZirkel durchgeführt. Sie basiert auf einer Grundgesamtheit von 828 ausgewerteten und gewichteten Fragebögen. An der Erhebung haben insbesondere Geschäftsführer und Führungskräfte teilgenommen.

Hierzu wurden mit 25 Fragen die personalrelevanten Themenkomplexe
Strategische Personalentwicklung
Fachkräfte und Zeitarbeit
Personalführung
Produktivität
Risikomanagement und Basel III
Nachfolgeregelung

genau unter die Lupe genommen. Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

1. Gezielte Personalinvestitionen
Auch 2012 ist der deutsche Mittelstand weiter auf personellem Expansionskurs. Investitionen werden vor allem in den Bereichen Vertrieb, Produktion sowie Forschung und Entwicklung vorgenommen. Nahezu alle Unternehmen bauen bei den eigenen Mitarbeitern die Kompetenzen "Führung und Coaching", "Vertrieb" und "Controlling" aus. Knapp 50% geben an, ein betriebliches Vorschlagswesen zu haben. In der Hälfte der Fälle erhalten die Mitarbeiter für umgesetzte Vorschläge eine Prämie. Über die Hälfte aller Vorschläge führt zu einem wirtschaftlichen Nutzen in Höhe von 0,5 % bis über 2 % des Umsatzes.

2. Dem Fachkräftemangel angemessen begegnen
Rund 64% der mittelständischen Unternehmen stellen in ihrem Unternehmen bereits einen Fachkräftemangel fest. Die Beschaffung neuer Fachkräfte findet in der Mehrzahl über Instrumente wie die Stellenausschreibung in Zeitungen oder die Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten statt. Fast alle Mittelständler haben das Internet als Recruiting-Kanal entdeckt. Die Möglichkeit der gezielten Abwerbung bei Konkurrenzunternehmen am Markt oder die Einschaltung von Personalberatungen wird noch zurückhaltend genutzt. Über 60% der Unternehmen geben an, dass sie weniger als 25% des Jahresgehaltes des Nachfolgers investieren müssen, um das Produktivitätsniveau des Vorgängers wiederzuerlangen.

3. Zeitarbeit gegen Personalknappheit
Bei der Frage ob mit Zeitarbeit die vorhandene Personalknappheit aufgefangen werden kann, stimmten 90 % der befragten Unternehmen zu. Auch die Entlastung des vorhandenen Personals sieht die Mehrheit als Motiv für den Einsatz von Zeitarbeitskräften. Der Mittelstand hält die Beschäftigung von Zeitarbeitskräften jedoch nicht für ein Mittel, die Arbeitsqualität im Unternehmen zu erhöhen oder neue Anregungen und Ideen zu erhalten. Branchenübergreifend können nach Meinung der Teilnehmer unserer Studie die Personalkosten durch Zeitarbeit weder dauerhaft noch vorübergehend gesenkt werden.

4. Leistungsbezogene Prämien orientiert am Unternehmensziel
Rund 60% der befragten Unternehmen nutzen Führungsinstrumente wie z.B. ein Leistungsbeurteilungssystem. Die Hälfte gab an, dass die Leistungsbeurteilung auch mit einer Vergütung verknüpft ist. Der Großteil der Mitarbeiter erhält einem Bonus von mindestens einem Monatsgehalt, 20% sogar zwei und mehr Monatsgehälter. Bei der Zielvereinbarung steht bei fast 90% der Gespräche das Unternehmensziel im Vordergrund, in rund 60% der Fälle werden Teamziele oder persönliche Ziele vereinbart.

5. Sicherheit und persönliche Entwicklung als stärkste Motivatoren
Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen benennt die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die Möglichkeit der persönlichen Entwicklung als die stärksten Motivatoren für ihre Mitarbeiter. Auch die Unternehmens- und Führungskultur spielt eine wichtige Rolle, während materielle Perspektiven im Vergleich deutlich weniger motivierend wirken.

6. Produktivität wird belohnt
Fast die Hälfte der Unternehmen misst die Produktivität Ihrer Mitarbeiter am Umsatz. In rund der Hälfte der Fälle wird die Produktivität durch Gehaltsbestandteile entlohnt.

7. Investitionen im Risikomanagement und zu Basel III
Als Reaktion auf die Vorschriften von Basel III werden die Unternehmen mehrheitlich in die Erweiterung des Controlling-Berichtes mit Risikokennzahlen investieren. Daneben forcieren die Befragten den Aufbau eines internen Kontroll- und Steuerungssystems und die Kontrolle der Arbeitsprozesse.

8. Nachfolgeregelung wird systematisch geplant
Bei rund 20 % der Unternehmen steht eine Nachfolgeregelung an. Dabei wird die Ermittlung des Unternehmenswertes als wichtigste Maßnahme gesehen, gefolgt von der Personalsuche im eigenen Unternehmen und der Regelung rechtlicher und steuerlicher Aspekte.


Disclaimer/ Haftungsausschluss
Die Schulz & Schon Personalzirkel-Befragung " Personalkompass 2012" gibt die aktuellen Einschätzungen des Verfassers wieder. Grundlage dafür waren die Antworten der 138 von Oktober 2011 bis Februar 2012 befragten mittelständischen Unternehmen. Die Sekundärinformationen und ergänzenden Auswertungen basieren auf veröffentlichten Datenquellen sowie wissenschaftlichen Fachberichten. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtungen zur Verfügung gestellt. (Die Studie stellt keine Wertpapierberatung oder Wertpapierkauf-/Verkaufsempfehlung dar.). Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. Copyright 2011, Schulz & Schon PersonalZirkel, Konrad-Zuse-Platz 8, 81829 München. Bei Verwendung der Ergebnisse aus der Studie ist wie folgt zu zitieren:
Schulz & Schon PersonalZirkel-Studie "Personalkompass 2012", München, 2012.

¹ Für den Inhalt der Pressemeldung/News ist allein der Verfasser verantwortlich.
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