Longevity: Neue Studie zu den Effekten körperlichen Trainings auf die Langlebigkeit
22.04.2025 / ID: 427167
Bildung, Karriere & Schulungen
Longevity ist ein hochaktuelles Thema. Ein aktuelles wissenschaftliches Forschungsprojekt, an dem unter anderem DHfPG-Dozent Marcel Reuter mitgewirkt hat, liefert neue Erkenntnisse darüber, welchen Einfluss körperliches Training auf lebensverlängernde Prozesse im Körper haben kann.Ziel der Untersuchung:
Neue Studien an Tiermodellen deuten darauf hin, dass ein bestimmter Stoffwechselweg - der sogenannte Kynurenin-Stoffwechsel - eine wichtige Rolle für die Lebensdauer spielt. Im Fokus steht dabei der Metabolit 3-Hydroxyanthranilsäure (3-HAA), der mit einer verlängerten Lebensspanne in Verbindung gebracht wird. Ziel der Forschung war es, zu überprüfen, ob diese Zusammenhänge auch beim Menschen bestehen - und ob körperliches Training gezielt diesen Stoffwechselprozess positiv beeinflussen kann.
Methoden:
In einer ersten Analyse wurden Blutproben von 84 jungen bis mittelalten Erwachsenen untersucht, um herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Alter und der Konzentrationen von 3-HAA und dessen Vorstufe, der Anthranilsäure, im Blut gibt. Anschließend wurde eine Trainingsstudie mit 34 Teilnehmern durchgeführt, um zu überprüfen, ob sich durch das Training die 3-HAA-Werte im Blut verändern - und ob auch andere Stoffe aus diesem Stoffwechselweg beeinflusst werden. Dazu machte eine Gruppe ein Ausdauertraining mit steigender Intensität und die andere Gruppe trainierte konstant mit moderater Intensität. Für beide Gruppen war der Energieverbrauch konstant.
Ergebnisse:
Die Blutuntersuchungen zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen dem Alter und den Werten von 3-HAA. Beide Trainingsprogramme führten zu einem deutlichen Anstieg der 3-HAA-Konzentrationen im Blut. So führten beide getesteten Trainingsarten zu einem Anstieg der 3-HAA-Werte um 134 % (p < 0,001) bzw. 85 % (p < 0,001) im Vergleich zum Ausgangswert, ohne dass ein signifikanter Interaktionseffekt zwischen Zeit und Gruppe vorlag.
Schlussfolgerung:
Es konnte gezeigt werden, dass ein längerfristiges körperliches Training eine effektive Möglichkeit darstellt, den 3-HAA-Spiegel bei Erwachsenen mittleren Alters zu steigern. Diese Erkenntnisse eröffnen neue und vielversprechende Perspektiven für die Forschung - insbesondere in Bezug auf die Rolle von 3-HAA bei Trainingsanpassungen, der Förderung der Gesundheit und einer möglichen Verlängerung der Lebensspanne.
Zur Studie
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