Familiengeschichte mit verdorbenem Finale
25.05.2012 / ID: 62455
Kunst & Kultur
Als junges Mädchen geriet sie mitten in den Bombenhagel von Dresden. Als angehende Journalistin schrieb sie eine Reportage, die zur Initialzündung für den Ostberliner Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 wurde. Als Korrespondentin in Moskau erlebte sie die Tauwetterperiode nach Stalins Tod, und als Kritikerin beweihräucherte sie die staatsnahen Großproduktionen des Fernsehens der DDR. Katja Stern hatte ein reiches, interessantes und widersprüchliches Leben, prallvoll von Erfolgen und Niederlagen. Doch im Alter verdarb ihr eine heimtückische Krankheit das Finale ihres Lebens: Sie wurde dement und starb in geistiger Umnachtung.
In dem biografischen Bericht "Der Apparat und die Seele" hält ihre Tochter Tanja Stern die Erinnerung fest, die Katja schleichend abhanden kam. Es ist die Geschichte einer deutschen Kommunistenfamilie in den Wirren und Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Es ist gleichzeitig aber auch die tragische Geschichte einer Frau, die den langen Weg in die Nacht der Demenz geht. "Der Apparat und die Seele" ist im Frühjahr 2012 erschienen.
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