"Süßes Blut" tut den Nieren nicht gut
13.09.2018 / ID: 299858
Medizin, Gesundheit & Wellness
Adipositas und Diabetes greifen immer weiter um sich. Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus erkrankt und mehr als die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig. Besonders erschreckend: schon jedes siebte Kind in Deutschland wiegt zu viel. Ursachen sind insbesondere eine oft ungesunde Ernährung - zu fett und zu zuckerreich - sowie mangelnde Bewegung. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Adipositas und hohem Zuckerkonsum auf. Fettleibigkeit ist zudem der stärkste Treiber für Diabetes Typ 2, der wiederum auf Dauer zu schweren Nierenerkrankungen führen kann.
8 Stück Würfelzucker am Tag sind genug! Umgerechnet 33 Stück Würfelzucker (je drei Gramm), das entspricht fast 100 Gramm Zucker, isst durchschnittlich jeder Deutsche täglich. Viele davon unbewusst, denn Zucker ist häufig auch in Produkten enthalten, in denen man eigentlich keinen Zucker erwarten würde. Eine durchschnittliche 0,5 l Flasche Apfelschorle enthält beispielsweise zwischen 24 und 33 Gramm Zucker, umgerechnet sind das zwischen 8 und 11 Stück Würfelzucker. Oder - wer rechnet schon damit, dass der Nordseekrabben-Salat am Sonntag reichlich Zucker enthält?
Verglichen mit der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten wir den Tagesbedarf eines Erwachsenen von etwa 8 Zuckerwürfeln regelmäßig.
>>Was passiert mit dem Zucker aus der Nahrung?
Aus Kohlehydraten - dazu gehört Zucker - sowie Eiweiß und Fett in der Nahrung gewinnt der Körper Energie für Grundfunktionen der Lebenserhaltung wie Herzschlag, Atmung, Verdauung oder Gehirntätigkeit. Kohlenhydrate werden im Magen-Darm-Trakt gespalten und ins Blut abgegeben. Die Bauchspeicheldrüse steuert den Blutzuckerspiegel. Ist der Blutzucker hoch, schüttet sie Insulin aus, das erst die Aufnahme des Zuckers in die Körperzellen ermöglicht. Zucker wird in den Nieren zwar gefiltert, dann aber wieder vollständig zurück ins Blut aufgenommen.
>>Diabetes Typ 2 und Fettleber stehen im engen Zusammenhang:
Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes Typ 2 und die Entstehung einer Fettleber ist starkes Übergewicht. Als Ursache gelten zu wenig körperliche Bewegung, zu viel und zu energiereiche Nahrung sowie die Aufnahme einer großen Menge an Kohlenhydraten, insbesondere Glukose, Saccharose und Fruktose, die schnell zu einem hohen Blutzuckeranstieg führen. Dazu gehören beispielsweise Softdrinks wie Limonaden oder Cola sowie Weißbrot, weißer Reis oder Cornflakes und natürlich Eis oder Vollmich-Schokolade. Überdies begünstigt die hohe Insulinausschüttung eine vermehrte Einlagerung von Fett in die Leberzellen und damit die Entstehung einer Fettleber.
In der Leber laufen entscheidende Prozesse des Zucker- und des Fettsäurestoffwechsels ab. Eine dauerhafte Überernährung kann die Zellen insulinempfindlicher Organe wie z.B. Skelettmuskulatur, Fettgewebe, Leber und Gehirn gegenüber Insulin unempfindlich machen, man spricht dann von einer Insulinresistenz. Sie bewirkt, dass weniger Zucker vom Muskel- und Fettgewebe aufgenommen wird oder als Glukagon in der Leber gespeichert werden kann.
Es beginnt ein zerstörerischer Kreislauf: Der Blutzuckerspiegel steigt weiter an, daraufhin schüttet die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin aus, bis die Insulin-produzierenden Zellen durch die andauernde Überforderung zugrunde gehen. Der daraus resultierende Insulinmangel führt zur Zuckerkrankheit.
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