Erhöhte Neigung zur Blutgerinnung
10.10.2011 / ID: 31493
Medizin, Gesundheit & Wellness
sup.- Menschen, die eine erhöhte Neigung zur Blutgerinnung (Faktor-V-Leiden) haben, erkranken deutlich häufiger an Darmkrebs als Personen ohne diese genetische Störung. Das zeigt eine Untersuchung am Deutschen Krebsforschungszentrum unter Leitung von Prof. Hermann Brenner. In einer großen Studie mit rund 1.800 Darmkrebspatienten und ebenso vielen gesunden Kontrollpersonen wurden die Genvarianten verschiedener Gerinnungsfaktoren analysiert. Das Resultat: Studienteilnehmer, bei denen auf beiden Kopien ihres Chromosoms Varianten des Faktors V nachgewiesen wurden, hatten ein sechs mal so hohes Darmkrebs-Risiko wie Teilnehmer ohne diesen Gendefekt. Zwischen zwei und fünf Prozent aller Menschen weisen solche genetischen Abweichungen auf. Sie haben der Studie zur Folge also nicht nur eine stark erhöhte Gefahr für Thrombosen, sondern auch für die Bildung von bösartigen Tumoren im Darm.
Die Teilnahme an Vorsorge-Darmspiegelungen ist für Menschen mit dieser Gerinnungsstörung deshalb besonders wichtig. Darauf sollten Ärzte ihre Patienten hinweisen. Denn Darmkrebs entwickelt sich fast immer aus zunächst gutartigen Vorstufen. Werden diese Polypen rechtzeitig bei einer Spiegelung entfernt, kann die Entstehung von Tumoren verhindert werden. Generell gilt: Je früher Vorstufen von Darmkrebs, Tumore und selbst metastasierte Stadien entdeckt werden, desto höher sind die Heilungschancen. Neue zielgerichtete Behandlungen wie die EGFR-Antikörpertherapie (epidermal growth factor receptor) beispielsweise mit dem Wirkstoff Cetuximab können ein Fortschreiten der Erkrankung durch das Blockieren von Wachstums-Signalen verhindern.
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