"Wir können die Wohnungslosen nicht wegschicken"
25.03.2020 / ID: 341299
Politik, Recht & Gesellschaft
Stuttgart, 24. März - Die Dienste und Einrichtungen der Caritas-Wohnungslosenhilfe in Aalen, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim, Ulm und Balingen setzen ihren Betrieb fort. "Wir können die Wohnungslosen nicht wegschicken", erklärt Wolfgang Lohner, Leiter der Wohnungslosenhilfe in Ostwürttemberg. Da bisher in keinem der Häuser ein Corona-Fall aufgetreten ist, geht der Betrieb bei hoher Nachfrage weiter. In den Aufnahmehäusern leben die Wohnungslosen dauerhaft in Wohngemeinschaften, aber auch alleine. Doch auch Wohnungslose, die kurzfristig eine Notübernachtung suchen - etwa nach einer Haftentlassung oder Wohnungsräumung - werden aufgenommen. Lediglich die Tagesstätten sind geschlossen. Hier werden Mittagessen ausgegeben und es finden Gruppenangebote statt. Die Notberatungen und auch die Stellen für die Auszahlung des Geldes für die Wohnungslosen haben weiterhin geöffnet. Wenn möglich findet Beratung telefonisch statt.
Dem derzeitigen Aufruf, zuhause zu bleiben, könnten diese Menschen nicht folgen, erklärt Stefanie Balbach, Leiterin der Wohnungslosenhilfe in Balingen. "Unsere Einrichtungen sind deren Zuhause." Sämtliche Wohnungslosen-Einrichtungen treffen derzeit Vorkehrungen für den ersten Corona-Fall: Gespräche mit den örtlichen Ordnungs- und Gesundheitsämtern laufen. Es wird angedacht, Wohnungslose dann in Einzelzimmern in Pensionen unterzubringen.
Derzeit arbeiten alle Mitarbeitenden der Wohnungslosenhilfe ohne Schutzausrüstung. "Es ist eine besondere Situation", so Lohner, "aber wir nehmen unseren Auftrag weiterhin ernst." Neben Reinigungsdiensten, Notberatung, Geldauszahlung und Spätdienst müsse für einige Wohnungslose gekocht werden, da der Mittagessen-Lieferant sein Angebot eingestellt habe, so Lohner. In Ulm läuft die Ausgabe von Lunch-Paketen an Wohnungslose an: Für einen Euro soll Essen an Bedürftige ausgegeben werden. Mit Waren, die für die nun geschlossenen Tafelladen vorgesehen waren, so-wie durch Lebensmittelspenden sollen die Pakete befüllt werden.
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Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart
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