Conterganstiftung fokussiert Zukunftsthema Wohnen im Alter
20.03.2024 / ID: 409047
Medizin, Gesundheit & Wellness
Allgemein mangelt es in Deutschland an inklusiven Wohnangeboten. Gerade für ältere Menschen mit Behinderung braucht es Lösungen. Sie sind doppelt gefährdet, soziale Ausgrenzung, Einsamkeit und Isolation zu erfahren. Dies gilt auch für die heute noch lebenden rund 2.400 Opfer des Conterganskandals, die inzwischen das Seniorenalter erreicht haben und deren Versorgungskontexte mehr und mehr wegfallen. Eine vom Vorstand der Conterganstiftung eingesetzte Expertinnen- und Expertenkommission legt deshalb einen Arbeitsschwerpunkt auf das Thema inklusives Wohnen.
"Es reicht generell nicht aus, den Blick auf barrierefreien oder roll-stuhlgerechten Wohnraum zu richten", sagt Kommissionsmitglied und Care-Forscherin Dr. Romy Reimer. Es gehe auch um soziale Teilhabe, so die Expertin, die davon ausgeht, dass der Bedarf an inklusivem Wohnraum in Zukunft noch steigen wird. Sie ist zuversichtlich: "Im Bereich neuer Wohnformen gab es in den vergangenen Jahren Ansätze, Wohnen inklusiver zu gestalten. Ich denke, dass diese auch für Menschen mit Conterganschädigung bedeutsam sind und deren Lebensqualität und Selbstbestimmung stärken können." Neben Frau Dr. Reimer gehören 13 weitere Expertinnen und Experten dem Beratungsgremium an.
Bei Menschen mit Conterganschädigung stellen sich zu den angeborenen orthopädischen und organischen Beeinträchtigungen zunehmend Folge- und Spätschäden ein. So entstehen neue Bedarfe an medizinischer Versorgung, psychosozialer Begleitung oder beim altersgerech-ten Wohnen. Der Vorstand der Conterganstiftung erwartet, dass die Arbeitsergebnisse der Kommission letztlich für alle älteren Menschen mit Einschränkungen Relevanz haben werden.
Die Mitglieder der Kommission kommen aus unterschiedlichen Fachbereichen und verfolgen einen interdisziplinären Ansatz. So kommt Expertise aus den Gebieten Wohnen, Soziales, Medizin, Recht und Verwaltung in das Gremium. Ebenso sind Menschen mit Conterganschädigung vertreten, die ihre spezifischen Erfahrungen, Bedarfe und Ideen einbringen.
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